Was als Ahnenforschung begann, endete für Sophia Maddox mit einer Entdeckung, die ihr Leben grundlegend veränderte. Erst ein DNA-Test brachte ans Licht, dass Charles Manson ihr biologischer Großvater ist. Diese Erkenntnis verarbeitet die Filmemacherin in der Dokumentation „My Grandfather Charles Manson“.

Auf Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte

Die Dokumentation zeichnet nach, wie Maddox nach dem überraschenden DNA-Ergebnis versucht, die Geschichte ihrer Familie zu rekonstruieren. Dabei stößt sie auf bisher unveröffentlichte Unterlagen und exklusive Tonaufnahmen, die neue Einblicke in Charles Mansons Leben geben sollen. Gleichzeitig zeigt der Film, wie die Enthüllung ihre Beziehung zu ihrem Vater Daniel Arguelles belastet. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Geschichte des verurteilten Straftäters selbst als die Frage, welche Folgen ein solches Familienerbe für nachfolgende Generationen haben kann.

Charles Manson wurde Ende der 1960er-Jahre als Anführer der sogenannten „Manson Family“ weltweit bekannt. Mitglieder seiner Sekte ermordeten im August 1969 unter anderem die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate sowie sechs weitere Menschen. Wegen Mordes und Verschwörung verurteilt, verbrachte Manson den Rest seines Lebens im Gefängnis, wo er 2017 im Alter von 83 Jahren starb.

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Die Kamera als Weg der Verarbeitung

Im exklusiven Gespräch mit dem US-Magazin People erzählt Maddox, sie habe unmittelbar nach der DNA-Enthüllung begonnen, sich selbst zu filmen. Die Aufnahmen seien zunächst ein Versuch gewesen, die schockierende Nachricht zu verarbeiten. Erst nach und nach entwickelte sich daraus ein Dokumentarfilm über Identität, familiäre Prägung und den Umgang mit einem Erbe, das sie sich nicht ausgesucht habe.

„My Grandfather Charles Manson“ erscheint am 22. Juli international auf Disney+. In den USA wird die Dokumentation zeitgleich beim Streamingdienst Hulu veröffentlicht.