Schon die EAV sang:“ Mach nie die Tür auf, lass keinen rein!“ Wer da bei Lieferungen wirklich vor der Tür steht ist eben immer die Gretchenfrage, denn auch wenn es ein offizieller Lieferant von einer Lieferfirma ist, weiß man nichts über den Menschen und seine Vorhaben. Diese Frage stellen sich nach dem Vorfall rund um Kundin Eva S. – sie wurde, von einem mittlerweile ausgeforschten syrischen Lieferanten (31) sexuell belästigt – derzeit wohl viele Kunden von etwaigen Lieferdiensten. Nun rückt das System in den Fokus, ein ehemaliger Fahrer hat mit der „Krone“ über seinen Arbeitgeber gesprochen und dabei ein kritisches Bild gezeichnet.
Fahrer packt in der Kronen Zeitung aus
Der heute 28-Jährige war jahrelang bei dem Lieferdienst angestellt und berichtet, dass im Alltag vor allem Schnelligkeit und Leistung gezählt hätten. „Wir wurden über GPS getrackt“, erzählt er. Uns wurde gesagt, wir seien nicht effizient genug. Wenn eine Lieferung länger dauerte, als vom System berechnet, sei rasch nachgefragt worden. Das habe „enormen Druck“ erzeugt. Auch interne Bewertungen habe es gegeben. „Uns wurde gesagt, wir seien nicht effizient genug. Aber die Zahlen wurden nie transparent gezeigt“, sagt der Ex-Fahrer. Ziel sei gewesen, Zusteller zu noch mehr Tempo zu treiben. „Es gab definitiv schwarze Schafe“, sagt er ganz offen. Und spricht von mangelnder Hygiene, unangemessenem Verhalten gegenüber Kunden oder Flirtversuchen an der Haustür. Konsequenzen habe es seiner Ansicht nach kaum gegeben. Solange kein öffentlicher Wirbel entstand.
Lieferservice Unternehmen sind sich keiner Schuld bewusst
Mehrere Lieferdienste verweisen darauf, dass jede Person vor dem Start einen „standardisierten Registrierungs- und Verifizierungsprozess“ durchlaufen müsse. Geprüft wird unter anderem das Mindestalter von 18 Jahren, ein Identitätsnachweis sowie eine gültige Arbeitserlaubnis. Aber immer öfters wird auch ein Polizeiliches Führungszeugnis verlangt, dass bei immer mehr Bewerbern nicht so gut aussieht.

Kommentare
Lädt Kommentare...