Besonders in den frühen Morgenstunden bewegten sich die Temperaturen in mehreren Regionen gefährlich nahe an der Nullgradgrenze.

Stefan Potzinger, Obmann des steirischen Weinbaus, erklärte jedoch nach der Nacht, dass die Lage deutlich weniger dramatisch verlaufen sei als befürchtet. Nach den ausgewerteten Messdaten seien die Temperaturen stabil knapp über null Grad geblieben.

Größere Frostschäden dürften daher ausgeblieben sein. Lediglich in einzelnen Tälern könne es lokal zu kleineren Problemen gekommen sein – etwa dort, wo kalte Luftmassen von höher gelegenen Schneeflächen in tiefere Regionen gedrückt wurden.

Regen sorgt nun für Entspannung

Für zusätzliche Erleichterung sorgt die Wetterprognose der kommenden Tage. Aus Sicht der Winzer könnte der angekündigte Regen sogar zum entscheidenden Schutzfaktor werden.

„Der Regen bringt Segen“ – dieses alte Sprichwort bekomme aktuell wieder besondere Bedeutung, heißt es aus der Branche. Die geschlossene Wolkendecke verhindere ein weiteres starkes Absinken der Temperaturen und reduziere damit die Gefahr neuer Frostnächte deutlich.

Bis Sonntag rechnen Meteorologen in Teilen der Südsteiermark mit Niederschlagsmengen von bis zu 100 Litern. Für die Weinbauern bedeutet das nicht nur Schutz vor Frost, sondern auch dringend benötigte Feuchtigkeit für die Böden und Reben.

Die Erinnerung an das Katastrophenjahr 2016 sitzt tief

Wie dramatisch Spätfrost die Weinwirtschaft treffen kann, zeigte das Jahr 2016. Damals fielen die Temperaturen in Teilen der Steiermark auf bis zu minus fünf Grad. Hinzu kamen Schneefälle und eine teils geschlossene Schneedecke.

Die Folgen waren verheerend: Mehr als 70 Prozent der Weinernte gingen verloren. Laut Branchenvertretern handelte es sich damals um die kleinste dokumentierte Weinernte in der Geschichte der Steiermark.

Steirischer Wein feiert international große Erfolge

Während die Wetterlage zuletzt für Nervosität sorgte, konnte die steirische Weinwirtschaft international gleichzeitig bemerkenswerte Erfolge feiern.

Bei der diesjährigen „Sauvignon Selection by Concours Mondial de Bruxelles“ wurden insgesamt 86 steirische Weine ausgezeichnet. Darunter befanden sich zwei Grand-Gold-Medaillen, 37 Goldmedaillen und 47 Silbermedaillen.

Damit dominierte die Steiermark den Wettbewerb praktisch im Alleingang. Österreich erreichte insgesamt 90 Medaillen.

Besonders bemerkenswert: In der höchsten Kategorie „Grand Gold“ belegte Österreich gemeinsam mit der Steiermark Rang drei hinter Frankreich und Italien.