Der Aufreger: Ben-Gvir veröffentlichte Videos, in denen gefesselte und kniende Aktivisten verspottet werden. Zu hören sind provokante Ansagen wie „Wir sind die Herren des Hauses“. Auch tätliche Übergriffe auf zumindest einen Aktivisten sollen zu sehen sein. International lösten die Bilder Entsetzen aus.
„Terroranschlag“
Besonders brisant: Israels Außenminister Gideon Saar stellte sich offen gegen seinen Regierungskollegen. „Nein, Sie sind nicht das Gesicht Israels“, attackierte Saar den Minister scharf. Ben-Gvir habe dem Land mit seinem Verhalten schweren Schaden zugefügt. Oppositionsführer Yair Lapid bezeichnete die Aktion als „Terroranschlag“.
Netanyahu distanzierte sich auch
Auch Premierminister Benjamin Netanyahu distanzierte sich überraschend deutlich. Zwar verteidigte er das Vorgehen gegen die Gaza-Flotte grundsätzlich, gleichzeitig erklärte er aber, Ben-Gvirs Verhalten entspreche „nicht den Werten und Normen des Staates Israel“.
Ben-Gvir kontert
Doch Ben-Gvir zeigt sich unbeeindruckt – und legt sogar nach. Israel lasse sich „nicht herumschubsen“, erklärte er trotzig. Wer Terror unterstütze, werde „geschlagen“. Die andere Wange werde nicht auch hingehalten.
Internationales Entsetzen
Die internationale Empörung wird indes größer: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal bestellten israelische Diplomaten ein. „Ich habe ein monströses, unmenschliches und unwürdiges Video gesehen, in dem Mitglieder der Flottille, darunter Spanier und Spanierinnen, von einem israelischen Minister und der Polizei ungerecht und auf demütigende Weise behandelt wurden. Das halte ich für äußerst alarmierend”, sagte etwa der spanische Außenminister José Manuel Albares am Rande eines Besuchs in Berlin. Auch Österreich reagierte scharf. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sprach von „absolut inakzeptablen“ Szenen. Besonders heikel: Unter den Festgenommenen befinden sich auch drei Österreicher.

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