Acht EU-Mitgliedstaaten wollen die neue Alterscheck-App der Europäischen Kommission nicht nutzen – das zeigt eine Umfrage von POLITICO. Viele Länder bevorzugen ihre eigenen nationalen Anwendungen, mit denen sie das Alter von Internetnutzern überprüfen wollen.

Hacker knackten die App kurz nach dem Start

Kurz nach der Präsentation der Software fanden Hacker Sicherheitslücken. Insofern verwunderlich als die Kommission sie zuvor als „technisch bereit” bezeichnet hatte. Brüssel spielte die Probleme herunter: Es handle sich nur um eine Demonstrationsversion, der Code werde weiter aktualisiert.

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Deutschland, Estland, Finnland: Klare Absagen

Deutschland plant laut Digitalministerium keinen Einsatz der App. Finnland setzt sie „nicht aktiv um”. Estlands Ministerin Liisa Pakosta spricht von einem „roten Tuch” – eine Einführung sei damit noch unwahrscheinlicher geworden. Irland, Frankreich und Polen setzen auf bereits bestehende nationale Lösungen. Die niederländische Digitalministerin will erst prüfen, ob die App sicher und datenschutzfreundlich sei.

Größeres EU-Digitalprojekt läuft parallel

Die EU arbeitet seit zwei Jahren an umfassenden digitalen Identitäts-Wallets, die bis Ende 2026 verfügbar sein sollen. Die nun präsentierte App ist nur ein „Mini-Wallet” als Übergangslösung. Polens Staatssekretär Dariusz Standerski sieht sie als bloße Ergänzung – das nationale Wallet bleibe die primäre Lösung. Griechenlands Digitalminister Dimitris Papastergiou gibt sich gelassen: „Es wird viele Wallets geben.”