Denn während öffentlich von einem abrupten Abgang die Rede war, zeigt das Schreiben vom 8. März, das Oe24 vorliegt, einen deutlich ruhigeren Ton. Darin kündigt Roland Weißmann selbst seinen Rückzug an – spricht aber gleichzeitig davon, dazu „gezwungen“ worden zu sein.

Rücktritt mit Hintertür

In dem Mail an die Spitze des Stiftungsrats hält Weißmann fest, dass er sein Mandat „mit sofortiger Wirkung“ niederlegt. Gleichzeitig betont er, keine Schuld einzugestehen, sondern lediglich Forderungen nachgegeben zu haben, um weiteren Schaden abzuwenden.

Auffällig: Weißmann rechnete offenbar mit einer einvernehmlichen Lösung. Er verwies auf vertragliche Ansprüche und zeigte sich offen für weitere Gespräche. Auch bot er an, sich sofort zurückzuziehen und die Übergabe zu unterstützen.

Geplante Kommunikation ganz anders

Besonders brisant ist ein weiterer Punkt: Weißmann hatte bereits eine abgestimmte Kommunikationslinie vorbereitet. In einem Entwurf für Mitarbeiter wollte er seinen Rückzug als persönliche Entscheidung darstellen – ohne Hinweis auf die später öffentlich gewordenen Vorwürfe.

Doch dazu kam es nicht. Nur einen Tag später wurde sein Abgang unter völlig anderen Umständen bekannt. Seitdem eskaliert der Streit rund um den ORF immer weiter – inklusive Klagsdrohung und Millionenforderung.