Eine aktuelle Untersuchung des niederländischen Justizministeriums rückt die Sicherheitslage in den Asylunterkünften des Landes in den Fokus. Demnach sind Bewohner aus Marokko, Algerien und Gambia bei registrierten Gewaltvorfällen deutlich überrepräsentiert. Zu diesem Ergebnis kommt das dem Justizministerium unterstellte Forschungsinstitut Wetenschappelijk Onderzoek- en Datacentrum (WODC) in einem im Juli veröffentlichten Bericht.

Im Jahr 2025 waren laut der Auswertung 112.745 Asylbewerber aus mehr als 170 Herkunftsländern in staatlichen Unterkünften untergebracht. Dazu zählen sowohl Erstaufnahmeeinrichtungen als auch weitere staatliche und kommunale Asylquartiere.

17.750 registrierte Gewaltvorfälle

Während des Jahres wurden 17.750 Gewaltvorfälle registriert. Erfasst wurden unter anderem körperliche Auseinandersetzungen, Bedrohungen sowie Vorfälle, bei denen Bewohner mit Selbstmord drohten. Insgesamt waren 12.775 Personen an mindestens einem dieser Vorfälle beteiligt. Da einzelne Bewohner mehrfach auffällig wurden, entsprach dies einem Anteil von elf Prozent aller in staatlichen Asylunterkünften lebenden Migranten.

Marokkaner und Algerier deutlich über dem Durchschnitt

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Herkunftsländern. Laut WODC waren 36 Prozent der marokkanischen Bewohner staatlicher Asylunterkünfte an mindestens einem registrierten Gewaltvorfall beteiligt. Bei Algeriern lag dieser Anteil bei 33 Prozent, bei Gambianern bei 23 Prozent. Damit liegen diese Gruppen deutlich über dem Durchschnitt.

Die größte Gruppe der Tatverdächtigen stellten zwar Syrer. Sie machten 36 Prozent aller an Gewaltvorfällen beteiligten Personen aus. Gemessen an ihrem Anteil unter den Bewohnern der Asylunterkünfte entsprach ihre Beteiligung mit elf Prozent jedoch genau dem Durchschnitt.

Aus der Untersuchung geht außerdem hervor, dass knapp zwei Drittel der an den Vorfällen beteiligten Personen jünger als 30 Jahre waren. Die überwiegende Mehrheit der registrierten Tatverdächtigen war männlich.

Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf staatliche Asylunterkünfte in den Niederlanden und erfassen die dort registrierten Gewaltvorfälle im Jahr 2025.