Strengere Regeln für Spieler

Während der Markt liberalisiert wird, plant die Regierung gleichzeitig deutlich strengere Schutzmaßnahmen für Spieler. Vor allem junge Menschen sollen stärker eingeschränkt werden.

Geplant sind unter anderem:

  • Einzahlungslimit für unter 26-Jährige: maximal 250 Euro pro Woche
  • Allgemeines Einzahlungslimit: höchstens 1680 Euro pro Woche
  • Maximaleinsatz pro Spiel: 2 Euro
  • Höchstgewinn pro Spiel: 2000 Euro
  • Verbot von Jackpots
  • Verpflichtende Spielpause nach 90 Minuten

Diese Regeln sollen künftig nicht nur für Glücksspielautomaten, sondern auch für Online-Casinos gelten.

Kritik von mehreren Seiten

Die geplanten Einschränkungen stoßen bereits auf Widerstand. Betreiber von Glücksspielautomaten warnen davor, dass das Geschäft unter den neuen Bedingungen wirtschaftlich kaum mehr rentabel sei. Laut Branchenvertretern könnten den Bundesländern dadurch Millionen an Abgaben verloren gehen. Gleichzeitig befürchten Kritiker, dass zu strenge Regeln illegale Anbieter stärken könnten. Um dagegen vorzugehen, plant die Regierung sogenannte IP- und Zahlungsblockaden gegen nicht lizenzierte Plattformen.

Klassische Casinos bleiben weitgehend unverändert

Während sich beim Online-Glücksspiel vieles ändern soll, bleibt das traditionelle Casino-Geschäft größtenteils unangetastet. Die zwölf bestehenden Spielbankenstandorte sollen erhalten bleiben. Auch bei den Lotterien ist weiterhin nur eine einzige Lizenz vorgesehen. Der Entwurf dient derzeit als Grundlage für weitere Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung. Über den Sommer soll das Gesetz in Begutachtung gehen, im Herbst wird ein Beschluss angestrebt. Fest steht schon jetzt: Die Reform könnte den österreichischen Glücksspielmarkt stärker verändern als jede andere Gesetzesänderung der vergangenen Jahrzehnte.