Er wurde mit 100 Prozent gewählt und trat seine neue Rolle mitten in den Budgetverhandlungen an: Ernst Gödl, der neue Klubobmann der ÖVP, ist überregional noch kaum bekannt. Im Gespräch mit der Presse spricht der steirische Langzeit-Abgeordnete offen über seine Pläne, die großen Herausforderungen der Budgetverhandlungen – und darüber, was er von seinem Vorgänger August Wöginger übernehmen will. Dabei stellt er eines klar: „Ich bin vom Klub in einer geheimen Wahl mit 100 Prozent gewählt worden. Das zeigt, dass ich das volle Vertrauen genieße.“

Wöginger bleibt – als sozialpolitischer Berater

Trotz der erstinstanzlichen Verurteilung seines Vorgängers will Gödl nicht auf August Wöginger verzichten. „Er ist ein extrem verbindender Mensch und sozialpolitisch wirklich bewandert. Darauf will ich als Klubobmann nicht verzichten“, so Gödl. Künftig soll Wöginger auch in Gesundheitsfragen maßgeblich mitverhandeln. Auf die Frage, ob er ihm den Platz wieder räumen würde, sollte das Urteil aufgehoben werden, gibt Gödl eine klare Antwort: „Ich bin für die gesamte Periode gewählt und werde die Funktion auch ausfüllen.“

Pensionen, Spritpreisbremse und ORF

Bei den großen Themen zeigt sich Gödl pragmatisch. So will er das faktische Pensionsalter weiter an das gesetzliche heranführen und schließt eine Erhöhung des gesetzlichen Antrittsalters nicht grundsätzlich aus, falls weitere Maßnahmen notwendig werden. Zur Spritpreisbremse betont er: „Es ist kein Dauerzustand.“ Solange sie wirke, werde evaluiert.

Beim ORF lässt er alle Optionen offen: „Es gibt Reformbedarf beim ORF. Da darf es keine Denkverbote in irgendeine Richtung geben.“ Und zum Budget hält er fest: „Wir haben ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem.“