Damit reiht sich die 3.500-Einwohner-Gemeinde schon bald in eine exklusive Liga mit Metropolen wie Dublin, London und Zürich ein. Erst im April erfolgte der Spatenstich für Googles erstes Rechenzentrum in Österreich. Doch die ursprünglichen Pläne reichen dem Technologieriesen offenbar längst nicht mehr aus.

Wie das Wirtschaftsressort des Landes Oberösterreich bestätigt, wurden nun die Unterlagen für eine massive Erweiterung eingereicht. Auf rund 50 Hektar soll in den kommenden Jahren ein hochmoderner Technologie-Campus mit mehreren Rechenzentren und umfangreicher Infrastruktur entstehen.

Sobald alle Genehmigungen vorliegen – voraussichtlich bis Mitte 2027 – könnte der Ausbau in mehreren Bauabschnitten starten, berichtet die Kronen Zeitung.

Künstliche Intelligenz treibt Milliardenprojekt an

Der Hintergrund für den gewaltigen Ausbau ist der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste. Moderne KI-Anwendungen benötigen riesige Datenmengen und enorme Rechenleistung. Genau dafür entstehen immer mehr leistungsstarke Rechenzentren.

Mit dem neuen Campus will Google die digitale Infrastruktur für Europa weiter ausbauen und sich für den rasant steigenden Bedarf der kommenden Jahre rüsten.

Milliardeninvestition mit Tausenden Jobs

Offiziell nennt Google zwar keine Investitionssumme. Branchenkenner gehen angesichts der nun deutlich erweiterten Pläne jedoch von einem Projekt in Milliardenhöhe aus.

Am Standort selbst sollen künftig Hunderte Google-Mitarbeiter beschäftigt werden. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze bei Bauunternehmen, Technikfirmen, Sicherheitsdiensten und weiteren Dienstleistern. Insgesamt könnten dadurch Tausende Jobs entstehen und die regionale Wirtschaft nachhaltig profitieren.

Für Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner ist das Projekt deshalb ein starkes Signal: Google setze mit seiner Entscheidung ein klares Zeichen für den Wirtschaftsstandort und dessen Zukunft.

Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend. Im Vollausbau soll der Campus eine Anschlussleistung von bis zu 500 Megawatt benötigen – eine Energiemenge, die selbst große Industriebetriebe in den Schatten stellt.

Damit die Server rund um die Uhr zuverlässig arbeiten können, wird Kühlwasser aus der Enns entnommen und durch die gewaltigen Kühlsysteme geleitet.

Abwärme soll sinnvoll genutzt werden

Nach der Kühlung wird das Wasser nicht einfach wieder in den Fluss zurückgepumpt. Die dabei entstehende Wärme soll zunächst innerhalb des Campus genutzt werden – etwa zum Beheizen von Gebäuden oder für technische Anlagen.

Erst danach wird das Wasser entsprechend den behördlichen Auflagen wieder in die Enns eingeleitet.

Oberösterreich wird zum digitalen Hotspot

Mit dem geplanten Milliarden-Campus könnte Kronstorf schon bald eine Schlüsselrolle in Europas digitaler Infrastruktur übernehmen. Das Projekt wäre nicht nur eines der größten Technologievorhaben Österreichs, sondern könnte auch weitere internationale Unternehmen in die Region locken.

Für Oberösterreich beginnt damit möglicherweise ein neues Kapitel als Hightech-Standort von europäischer Bedeutung.