Besonders scharf kritisiert wird dabei der ORF-Stiftungsrat. NEOS-Klubchef Yannick Shetty bezeichnete das Gremium gegenüber oe24 als „Gremium des Grauens“ und warf dem ORF massive Vertrauensverluste vor.

Personaltausch reicht nicht

Für die NEOS greift ein bloßer Wechsel an der ORF-Spitze deutlich zu kurz. Wer glaube, dass ein Austausch von Personal ausreiche, um die Probleme des Senders zu lösen, verkenne die Lage, so Shetty. Ohne tiefgreifende Reformen drohe dem ORF langfristig eine existenzielle Krise. Zugleich nahm der pinke Klubchef auch die Koalitionspartner ÖVP und SPÖ in die Pflicht. Wer jetzt nicht handle, mache sich mitverantwortlich für den weiteren Vertrauensverlust des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Forderung nach unabhängigem ORF

Ähnlich äußerte sich auch NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter. Der Punkt sei erreicht, an dem es „so nicht mehr weitergehen kann“. Der ORF müsse zu einem unabhängigen und effizienten Medienhaus werden, das echten Mehrwert liefere und zugleich fair im heimischen Medienmarkt agiere. Die neue Initiative der NEOS soll am Donnerstagvormittag unter der Plattform „orf-reform.at“ präsentiert werden. Weitere Details wollen die Pinken bei einer Pressekonferenz bekannt geben.

Reformprozess erst nach ORF-Wahl

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hatte zuletzt ebenfalls einen Reformprozess angekündigt. Dieser soll allerdings erst im Laufe des Sommers starten – und damit erst nach der Wahl der neuen ORF-Generaldirektion.