In einem ausführlichen Analyse-Stück beleuchtet der Welt-Autor Axel Bojanowski den Aufstieg und Fall von Greta Thunberg – und fördert dabei einiges zutage, das die Medien während des großen Klimahypes lieber verschwiegen.
Das Mädchen und die Maschinerie
Als Greta Thunberg im August 2018 mit ihrem handgeschriebenen Schild vor dem schwedischen Reichstag Platz nahm, galt das weltweit als spontaner Akt jugendlichen Mutes. Die Realität war komplizierter. Fondsmanager Ingmar Rentzhog, Bekannter von Gretas Mutter und Gründer einer Klima-PR-Firma, war von Anfang an dabei – er schoss die ikonischen Fotos, die binnen einer Woche international viral gingen. Kurz zuvor hatten Gretas Eltern ein Buch über ihre wohlhabende Künstlerfamilie veröffentlicht. Der Schulstreik erwies sich als nützliche Werbung.
Der Hype funktionierte prächtig. Beim UN-Klimagipfel 2019 in New York zitterte eine 16-Jährige vor Weltpolitikern: „Wie könnt ihr es wagen?” Beim Weltwirtschaftsforum in Davos forderte sie die globale Elite auf, in Panik zu geraten. Die Botschaft war keine politische Analyse, sondern ein moralisches Tribunal – und genau das war gewollt.
Klimaschutz war nur der Anfang
Thunberg selbst und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer – beide aus begüterten Verhältnissen – ließen nie einen Zweifel daran, worum es wirklich ging. „Koloniale, rassistische und patriarchale Unterdrückungssysteme haben die Klimakrise hervorgebracht”, schrieben sie. Der Kampf gegen die Erderwärmung war für sie stets eingebettet in den Kampf gegen „das ganze kapitalistische System”.
Kein Wunder, dass die Bewegung jene Milieus begeisterte, die wirtschaftlichen Wettbewerb ohnehin scheuen: Künstler, Journalisten, Beamte, Intellektuelle. Der Klima-Moralismus lieferte eine komfortable Projektionsfläche – und Berliner Medien transportierten die Botschaft bereitwillig in die Wohnzimmer der Republik.
Vom Klimastreik zum Gaza-Jubel
Der Absturz kam schnell. Nahmen 2019 noch fast 1,5 Millionen Menschen am bundesweiten Klimastreik teil, waren es heuer nur noch 80.000. Thunberg hatte das sinkende Schiff schon früher verlassen. Nach dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 positionierte sie sich klar auf Seiten der Angreifer, posierte mit „Free Palestine”-Schildern und bezeichnete Israels Gegenwehr als „Genozid”. In Mannheim rief sie vor jubelnder Menge: „Fuck Germany and fuck Israel.” 2025 beteiligte sie sich an Protest-Aktionen, die Boote nach Gaza schickten.
Der Welt-Analyse zufolge ist das kein Bruch, sondern eine logische Fortsetzung: Immer gegen den Westen, immer im gleichen Milieu, immer mit moralischer Überhöhung.
Viel Lärm, wenig Wirkung
Was bleibt? Die globalen CO₂-Emissionen steigen weiter, die meisten Länder haben ihren Ausstoß seit 2018 sogar erhöht. Das Einzige, was Thunbergs Bewegung nachhaltig verändert hat, ist der politische Diskurs – weg von sachlichen Lösungen, hin zu Schuld, Angst und Systemkritik. Ein teures Erbe.

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