Die Zahlen stammen von der Countryside Alliance, einer britischen Interessenorganisation für den ländlichen Raum, und basieren auf Anfragen an Polizeibehörden nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Für das Jahr 2025 wurden 3.809 Straftaten an Kirchen und anderen religiösen Gebäuden erfasst – das entspricht mehr als zehn Delikten pro Tag.

Die Organisation schrieb dafür alle 45 territorialen Polizeikräfte des Vereinigten Königreichs an. Verwertbare Daten lieferten jedoch nur 37 Behörden. Die tatsächliche Zahl dürfte also noch höher liegen.

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Trend zeigt klar nach oben

Noch vor kurzem, in den Jahren 2022 bis 2024, lag die Zahl laut früheren Anfragen bei mindestens acht Delikten pro Tag. Jetzt sind es mehr als zehn. Damit ist der Anstieg innerhalb derselben Datengrundlage eindeutig.

Die häufigsten Delikte: Einbruch, Vandalismus, Gewalt

Die Zahlen im Detail: 1.619 Diebstähle und Einbrüche, 1.018 Fälle von Vandalismus und Brandstiftung sowie 1.000 Gewaltdelikte. Kirchen gelten vielerorts als leichte Ziele – oft abgelegen, schlecht gesichert und von hohem historischen Wert.

Die meisten Fälle wurden registriert in London (mehr als 560 Fälle), West Yorkshire (445 Fälle) und Greater Manchester (172 Fälle).

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Millionen für Sicherheitsprogramme – Schwerpunkt Moscheen

Parallel dazu hat die Regierung ihre Schutzprogramme massiv ausgebaut. Für 2026/27 sind insgesamt bis zu 73,4 Millionen Pfund (fast 85 Millionen Euro) vorgesehen.

Der größte Anteil entfällt auf bis zu 40 Millionen Pfund für Moscheen und muslimische Einrichtungen. Weitere 28,4 Millionen Pfund fließen für jüdische Einrichtungen. Nur 5 Millionen Pfund kommen für alle übrigen Glaubensstätten zusammen – darunter auch Kirchen. Für den Schutz christlicher Einrichtungen wird damit mit Abstand am wenigsten ausgegeben.

Jüdische Einrichtungen erhalten umfangreichere Mittel – allerdings deutlich weniger als muslimische Einrichtungen. Tatsächlich erlebte das Vereinigte Königreich seit dem 7. Oktober 2023 einen deutlichen und anhaltenden Anstieg antisemitischer Vorfälle. Laut der Community Security Trust wurden 2025 rund 3.700 antisemitische Vorfälle registriert – das zweithöchste Niveau aller Zeiten.

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Alltagskriminalität – oder auch Hasskriminalität?

Die staatlichen Programme sollen vor allem Hasskriminalität und gezielte Angriffe verhindern. Hier sehen sie muslimische Einrichtungen besonders bedroht. Die Zahlen zur Kriminalität in Kirchen erfassen nach Ansicht der Regierung hingegen primär Alltagskriminalität – also Diebstahl, Einbruch und Vandalismus ohne politischen Hintergrund. Gemäß dieser offiziellen Sichtweise ist ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich.

Doch dieses Argument überzeugt viele Nutzer auf X (früher Twitter) nicht. Viele zeigen sich vor allem entrüstet über den aus ihrer Sicht geringen Schutz von Religion und Tradition.

„Unsere Kirchen werden im Stich gelassen“

Der Bericht sorgt vor allem im konservativen Lager für intensive Diskussionen. Die Londoner Politikerin Susan Hall hob die hohen Fallzahlen in der Hauptstadt hervor und kritisierte, dass der Schutz von Kirchen nicht ausreiche. Wörtlich forderte sie, man müsse „unsere Kirchen und unsere Kultur besser schützen“.

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Der Sender GB News sprach von einem „nationalen Skandal“ und stellte die Frage, warum historische Kirchen offenbar leichter Ziel von Kriminalität seien als andere Einrichtungen.

Auch zahlreiche Nutzer griffen die Zahlen auf und formulierten ähnliche Kritikpunkte: Kirchen würden als „leichte Ziele“ wahrgenommen, während der Staat beim Schutz nicht ausreichend gegensteuere.

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„Zwei Klassen“ beim Schutz religiöser Einrichtungen?

Ein wiederkehrendes Motiv in den Reaktionen ist der Vorwurf einer ungleichen Behandlung. Die Partei UK Independence Party etwa bezeichnete die Entwicklung als „Skandal“ und stellte den starken Anstieg der Kirchenkriminalität der aktuellen Mittelverteilung gegenüber.

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Andere Kommentatoren argumentieren, dass der Staat beim Schutz religiöser Einrichtungen unterschiedliche Prioritäten setze. Immer wieder ist von einer Zwei-Klassen-Politik die Rede – also einem System, in dem verschiedene Gruppen unterschiedlich behandelt werden.

Einige Stimmen gehen noch weiter – und sehen darin ein grundsätzliches Problem der politischen Prioritätensetzung in Großbritannien. Die Debatte dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.