Cannabis könnte die Entwicklung des jugendlichen Gehirns stärker beeinträchtigen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Langzeitstudie in den USA, durchgeführt von Forschern der University of California in San Diego.
Für die Untersuchung wurden mehr als 11.000 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren über mehrere Jahre begleitet. Dabei analysierten die Wissenschaftler sowohl den Substanzkonsum als auch die kognitiven Fähigkeiten – etwa Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Das Ergebnis: Jugendliche, die Cannabis konsumierten, zeigten in entscheidenden Entwicklungsphasen eine verlangsamte geistige Entwicklung. Fortschritte bei Konzentration, Merkfähigkeit und Denktempo flachten im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Konsum deutlich ab.
Der Einfluss von THC
Besonders auffällig war der Einfluss von THC, dem psychoaktiven Bestandteil der Pflanze. In kleineren Teilgruppen verschlechterte sich das Gedächtnis mit der Zeit messbar, während CBD keine vergleichbaren Effekte zeigte.
Studienleiterin Natasha Wade betont jedoch, dass die Unterschiede auf den ersten Blick zwar gering erscheinen, sich aber langfristig summieren könnten. „Sie können Lernen, Gedächtnis und den Alltag beeinflussen“, so die Expertin.
Einen direkten kausalen Zusammenhang beweist die Studie nicht – auch Faktoren wie Umfeld oder Persönlichkeit könnten eine Rolle spielen. Dennoch warnen die Forscher vor Risiken, insbesondere da Cannabisprodukte immer leichter verfügbar sind.
Deutlicher Anstieg von Vergiftungsfällen
Parallel dazu zeigen Daten aus New York einen deutlichen Anstieg von Vergiftungsfällen bei Jugendlichen – vor allem durch essbare Cannabisprodukte.
Die Wissenschaftler empfehlen daher, den Konsum möglichst hinauszuzögern, um die gesunde Entwicklung des Gehirns nicht zu gefährden.

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