Vier Syrer und ein Iraker stehen seit 6. Mai 2026 am Aachener Landgericht. Der Vorwurf: gemeinschaftliche besonders schwere Vergewaltigung einer 17-Jährigen, stundenlang, am 19. Oktober 2025 in einer Wohnung in Heinsberg-Unterbruch. Bei der SEK-Razzia fanden die Beamten eine Pistole und einen Elektroschocker. Alle fünf Angeklagten kamen als Geflüchtete nach Deutschland; einer steht im Juni vor dem Verwaltungsgericht Aachen — wegen eines möglichen Widerrufs seines Schutzstatus.
Das Opfer nehme „am Leben gar nicht teil“, sagt seine Anwältin Sabine Appel. Die junge Frau verlasse ihre Wohnung nicht mehr und könne die Tat nicht verarbeiten. Der Prozess in Aachen ist bis Ende Juli angesetzt, 17 Zeugen sind geladen. Möglicherweise gibt es weitere Opfer: Bereits im Dezember 2025 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Verbindungen zu zwei weiteren Vergewaltigungsfällen prüft; nach WDR-Informationen will mindestens ein weiteres mutmaßliches Opfer aussagen.
Wer den Heinsberger Fall isoliert liest, könnte ihn für einen tragischen Ausreißer halten. Er ist keiner.
Gruppenvergewaltigung Mit Elektroschocker Vier Syrer Und Ein Iraker Vor Gericht
Sieben Jahre, eine Tabelle, fünf Länder
788 Gruppenvergewaltigungen, 51 Prozent der Tatverdächtigen ohne deutschen Pass – das ist die Bilanz 2024. Bei einem Ausländeranteil von rund 15 Prozent an der deutschen Wohnbevölkerung bedeutet das: Ausländer sind unter den Tatverdächtigen mehr als dreimal so stark vertreten, wie es ihrem Bevölkerungsanteil entsprechen würde. Oder noch plastischer: Jeder siebte Einwohner – aber jeder zweite Tatverdächtige.
Und es ist keine einmalige Spitze: 2023 lag die Quote bei 47 Prozent, davor zwischen 46 und 50. In keinem der sieben Berichtsjahre 2018 bis 2024 sank sie unter 46 Prozent — eine Konstanz, die in der Kriminalstatistik sonst kaum vorkommt.
Die nichtdeutschen Tatverdächtigen kommen überwiegend aus vier Ländern: Syrien, Afghanistan, Irak, Türkei. Die Bundesregierung dokumentiert das in zwei Antworten auf parlamentarische Anfragen (20/11603 vom Juni 2024 und 21/1054 vom August 2025). In sieben aufeinanderfolgenden Berichtsjahren wechselten Afghanistan und Syrien nur zweimal die Ränge 2 und 3, sonst keine Bewegung.
Der Heinsberger Prozess illustriert genau diese Tabelle: vier Syrer, ein Iraker. Plätze 2 und 4 der deutschen Statistik, seit sechs Jahren unverändert.
Acht- bis elffach: Die Belastungszahlen
Auch bei Gewaltkriminalität generell gilt: Syrische Staatsangehörige werden fast elfmal häufiger Tatverdächtige als Deutsche. Irakische neunmal, afghanische ebenfalls. Das geht aus einer Tatverdächtigenbelastungszahl für 2025 hervor, die die Bundesregierung im Mai 2026 in einer weiteren parlamentarischen Antwort vorlegte. Sie misst Tatverdächtige pro 100.000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.
Deutsche: 158. Syrer: 1.722. Iraker: 1.512. Afghanen: 1.508. Das Acht- bis Elffache der deutschen Belastung. Gewaltkriminalität ist dabei die Oberkategorie, zu der Gruppenvergewaltigung gehört.
Und Österreich?
In Österreich gibt es keine vergleichbare Statistik. „Gruppenvergewaltigung“ ist juristisch kein eigener Tatbestand, und das Innenministerium publiziert keine routinemäßige Sonderauswertung von Sexualdelikten nach Staatsangehörigkeit. Bekannt sind nur Gesamtzahlen: 1.355 Vergewaltigungsanzeigen 2024, fast vier pro Tag. Die Ausländerquote über alle Delikte lag 2025 bei 47,7 Prozent – höchster Wert in sieben Jahren, bei einem Bevölkerungsanteil der Nicht-Österreicher von 20,5 Prozent.
Afghanen waren in Österreich zwölfmal häufiger der Vergewaltigung verdächtigt als Österreicher, Syrer achtmal häufiger. Das ergab eine Sondererhebung des Bundeskriminalamts von Dezember 2022, dem exxpress damals exklusiv vorliegend. Beide Gruppen zusammen stellten 1,2 Prozent der Wohnbevölkerung. Eine Aktualisierung dieser Zahl gibt es bis heute nicht. Trotz Leonie. Trotz Anna.
Zwei Wiener Mädchen, ein deutsches Echo
Leonie A. starb mit 13 Jahren. Im Juni 2021 wurde sie in Wien-Donaustadt von drei afghanischen Asylwerbern vergewaltigt und mit Drogen betäubt; den Eingriff überlebte sie nicht. Der Hauptbeschuldigte sitzt lebenslänglich.
Anna war 12, als sie 2023 in Wien-Favoriten von der mutmaßlichen „Antons-Gang“ missbraucht wurde. 17 Beschuldigte, überwiegend mit syrischem Migrationshintergrund. Drei Verfahren endeten zwischen Dezember 2024 und September 2025 mit Freisprüchen — weil weder Zwang noch Alterskenntnis hinreichend nachweisbar waren.
Die Wiener Fälle zeigen im Einzelfall, was die deutsche Bundesregierung in Tabellen dokumentiert: Immer wieder tauchen dieselben Herkunftsgruppen auf. Drei afghanische Tatverdächtige bei Leonie, mehrheitlich syrische bei Anna — exakt jene zwei Nationalitäten, die in Berlin seit sieben Jahren auf den Plätzen 2 und 3 der Gruppenvergewaltigungs-Statistik stehen. Und nun in Aachen vor Gericht.
Das Muster in Europa
Auch in Metro, Bus und Bahn im Großraum Paris zeigt sich eine deutliche Schieflage: 63 Prozent der angezeigten sexuellen Übergriffe werden ausländischen Tatverdächtigen zugerechnet, 83 Prozent der Opfer sind Franzosen. Landesweit liegt der Anteil ausländischer Tatverdächtiger bei sexueller Gewalt bei 14 Prozent, bei rund 8 Prozent Ausländeranteil. Eine eigene Gruppenvergewaltigungs-Statistik wie in Berlin gibt es in Paris allerdings nicht.
Indien plus 257 Prozent, Nigeria plus 166, Irak plus 160 — das sind die höchsten Steigerungen bei Sexualdelikt-Verurteilungen einzelner Nationalitäten in England und Wales zwischen 2021 und 2024. Dahinter Sudan plus 117 und Afghanistan plus 115. Großbritannien dokumentiert diese Zahlen über Freedom-of-Information-Anfragen ans Justizministerium. 2024 entfielen zwischen 15 und 22 Prozent aller Sexualdelikt-Verurteilungen in England und Wales auf Ausländer.
Was Kritiker einwenden
Die methodischen Vorbehalte sind real. „Ausländer“ umfasst Touristen, EU-Pendler und Niedergelassene gleichermaßen — ein Bulgare und ein Afghane landen in derselben Spalte. Eingebürgerte und in Österreich oder Deutschland geborene Migrantenkinder zählen als Inländer, was die Ausländerquote formal senkt.
Die Belastungszahlen sind nicht alters- und geschlechtsstandardisiert; junge Männer dominieren in jeder Bevölkerung die Sexualdelikt-Statistik, und Asylsuchende sind im Schnitt deutlich jünger und männlicher als die Wohnbevölkerung. Eine saubere Standardisierung würde die Faktoren senken, sie aber nicht verschwinden lassen. Auch BKA und Bundesregierung benennen diese Vorbehalte selbst.
Drei Befunde, die zusammengehören
Sieben Jahre lang bewegt sich die Quote nichtdeutscher Tatverdächtiger bei einer der schwersten Verbrechensformen, die das deutsche Strafrecht kennt, im Korridor von 46 bis 51 Prozent — eine Konstanz, die in der Kriminalstatistik sonst kaum vorkommt. Das ist der erste Befund.
Vier nicht-deutsche Länder führen seit Beginn der Erfassung 2018 unverändert die Top-5-Liste an: Syrien, Afghanistan, Irak, Türkei. Das ist der zweite.
Diese vier Länder sind exakt jene, die seit 2015 die größten Asylgruppen in Deutschland und Österreich gestellt haben. Das ist der dritte.
Diese Korrelation zu benennen, ist keine Anklage gegen ganze Bevölkerungsgruppen. Sie zu verschweigen, wäre eine. Während wir in Wien auf Leonie und Anna schauen, läuft in Aachen ein Prozess, der dieselbe Geschichte erzählt — und der bis Ende Juli weiterläuft. Mit vier Syrern und einem Iraker. Mit einer 17-Jährigen, die nach Worten ihrer Anwältin am Leben gar nicht mehr teilnimmt.

Kommentare
Lädt Kommentare...