Das DÖW mag seine guten Seiten und Nutzen vor einigen Jahren gehabt haben, aber die Geschichten sind eben immer die gleichen und längst auserzählt. Mittwoch ist das „Handbuch Rechtsextremismus in Österreich“ erhältlich. Die Neufassung des Nachschlagewerks aus den 1990ern, herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, bietet Überblick über die Ideen, Akteure, Netzwerke und Strategien der extremen Rechten, wie die Presse berichtet. Leider sind die Verantwortlichen genau in den 90ern steckengeblieben und haben die wahre Gefahr für rechte Gewalt und vor allem Antisemitismus einfach einmal weggelassen.
Kranebitter auf dem linken Auge blind
„Wir wollen möglichst vielen Menschen eine Handreichung geben, die etwas gegen die schleichende Normalisierung von Rechtsextremismus tun wollen“, sagte DÖW-Leiter Andreas Kranebitter. Sämtliche, der letzten Hassdemonstrationen in Österreich wurden von importierten „Schutzsuchenden“ und Judenfeindlichen linken Gruppen veranstaltet. Ein Großteil der „rechten“ Übergriffe auf Juden oder Homosexuelle wurde ebenfalls von Tätern mit islamistischem Hintergrund begangen. Schließlich handle es sich beim Rechtsextremismus um die „quantitativ größte Gefährdung unserer Demokratie“, so Kranebitter im Vorfeld der Veröffentlichung. Stimmt natürlich, aber nur wenn man sich die Statistiken so hinbiegt, wie man sie eben benötigt.
Hätte es diese Neuauflage gebraucht?
Leider haben die Herrschaften, die für dieses Werk verantwortlich sind, die Zeichen der Zeit nicht erkannt, oder wollten diese einfach auch nicht erkennen. Herausgeber des Handbuchs sind neben Kranebitter auch die Rechtsextremismusforscher Bernhard Weidinger und Isolde Vogel, die der Presse erklärt: „Der Rechtsextremismus in seinen unterschiedlichsten Schattierungen ist in Österreich auf dem Vormarsch. Die Akteure reichen von neonazistischen Kleingruppen über Burschenschaften bis zu den Identitären, die sich in der selbst ernannten Neuen Rechten verorten. Bei ihnen handelt es sich zwar um eine zahlenmäßig fast irrelevante Gruppe, sie schaffen es aber zunehmend, ihre rechtsextremen Positionen in einen breiteren Diskurs zu tragen. So gehört ihr Schlachtruf nach einer umfassenden Remigration zum Beispiel mittlerweile zu den am lautesten vorgetragenen Forderungen der FPÖ.“
Verlogene Statistik
Einleitende Worte spendierten neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig sowie sein Vorgänger Michael Häupl (alle drei SPÖ). Eben dieser Michael Ludwig, der vor kurzem auf einer Bühne gebrüllt hat: „Das ist nicht unser Wien, sowas werden wir nicht dulden. Wir lassen uns die Vielfalt nicht nehmen.“ Seine Schelte galt antisemitischen Entgleisungen, Hass und Hetze gegen Israel – ganz ungeniert und öffentlich, mitten in Wien. Die Täter: Linke und Muslime mit Palästina Fahnen. Die Straftat wird laut Statistik als was eingeordnet? Eine Rechte Straftat! Keine weiteren Fragen.

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