Besonders deutlich fiel die Reaktion aus Australien aus. Handelsminister Don Farrell bezeichnete die neuen Abgaben als „ungerechtfertigt“ und verwies darauf, dass sie im Widerspruch zum bestehenden Freihandelsabkommen stünden. Die Zölle müssten seiner Ansicht nach „abgeschafft werden“.

Farrell kündigte zugleich an, Washington weiter unter Druck setzen zu wollen, damit sämtliche Zölle auf australische Waren aufgehoben werden, berichtet die Krone.

Neuseeland nennt Entscheidung „äußerst enttäuschend“

Auch in Neuseeland fiel die Reaktion scharf aus. Regierungschef Christopher Luxon sprach von einer „äußerst enttäuschenden“ Entscheidung der USA. Zölle seien aus seiner Sicht nicht der richtige Weg, weil sie „die Kosten in die Höhe treiben und für Unsicherheit bei den Unternehmen sorgen“.

Zugleich stellte Luxon die Begründung Washingtons infrage. Die US-Untersuchung habe keine stichhaltigen Beweise für die Vorwürfe im Zusammenhang mit Zwangsarbeit geliefert, erklärte er auf der Plattform X.

Ähnlich kritisch äußerte sich die japanische Regierung. Ein Sprecher sprach von „Bedauern“ über die US-Entscheidung und betonte, Japans Industrie und Handel orientierten sich an internationalen Regeln.

Die Zölle gegen Tokio seien offenbar allein mit der Begründung verhängt worden, dass es kein Verbot für die Einfuhr von Produkten gebe, die durch Zwangsarbeit hergestellt wurden. Auch in Japan wächst damit der Druck auf die Regierung, auf die US-Maßnahmen zu reagieren.

Brasilien erwägt Gegenschlag

Besonders verärgert reagierte auch Brasilien. Das Land wurde mit einem Zoll von 12,5 Prozent belegt. Die Regierung in Brasília bezeichnete den Schritt als „ungerechtfertigt“ und „willkürlich“.

Als mögliche Antwort wird nun ein sogenanntes Gegenseitigkeitsgesetz geprüft. Damit könnte Brasilien selbst Maßnahmen gegen die USA oder andere Handelspartner ergreifen. Die Regierung ließ zudem offen, ob weitere wirtschaftspolitische Schritte folgen könnten.

Die neuen Maßnahmen kommen nicht aus heiterem Himmel. Bereits Anfang des Monats hatten die USA einen separaten Zoll von 25 Prozent auf Möbel, Maschinen, Zucker und andere Importe aus Brasilien verhängt. Für einige Produkte, darunter Rindfleisch und Kaffee, blieben Ausnahmen bestehen.

Mit den nun ausgeweiteten Zöllen verschärft sich der Konflikt zwischen Washington und mehreren wichtigen Handelspartnern weiter. Ob die betroffenen Staaten tatsächlich mit Gegenmaßnahmen reagieren, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.