Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Bei dem in diesem Fall vermuteten Anden-Typ des Virus seien jedoch auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, erklärte die Epidemiologin.

Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff „Hondius” mit insgesamt 140 Menschen an Bord war im Süden Argentiniens gestartet und ankert derzeit vor Kap Verde. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging. Dieses hatte sich möglicherweise noch vor der Einschiffung in Argentinien an Land angesteckt. Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere der Expeditionskreuzfahrt Wildtier-Beobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen haben.

Eine weitere Übertragung könnte dann an Bord zwischen Personen passiert sein, etwa in den Kabinen, so Van Kerkhove. Sie schloss nicht aus, dass die Infektionen auch von Nagetieren auf den im Zuge der Kreuzfahrt angefahrenen afrikanischen Inseln stammen könnten. Laut dem Schiffsbetreiber seien keine Ratten an Bord, so die WHO-Expertin.

Medizinischer Transport wird vorbereitet

Bisher sind drei Passagiere der „Hondius” gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Der Transport von zwei Patienten von Bord in die Niederlande wird derzeit vorbereitet, sagte Van Kerkhove.

Bislang konnten nur in einem kleinen Teil der Fälle Hantaviren nachgewiesen werden. Laboruntersuchungen zu den übrigen Infektionen und zum genauen Typ des Virus laufen.