In exxpress live wurde am Dienstag intensiv über die Rolle der FPÖ im politischen System diskutiert. Mit dabei: FPÖ-Nationalratsabgeordnete Lisa Schuch-Gubik und Meinungsforscher Bernhard Heinzlmaier. Im Zentrum stand die Frage, warum die Freiheitlichen so stark sind – und ob sie diesmal auch an der Macht bestehen können.
„Die FPÖ spricht aus, was andere verschweigen“
Für Schuch-Gubik ist die Sache klar: Die FPÖ sei die einzige Partei, die „Missstände aufzeigt“ – vor allem bei Migration, Corona-Aufarbeitung oder staatlichen Strukturen. Ohne die Freiheitlichen würde vieles gar nicht thematisiert.
Heinzlmaier geht noch weiter. Der Erfolg der Partei habe weniger mit Kommunikation als mit Inhalten zu tun: Migration, kulturelle Veränderungen und Sicherheitsfragen seien für viele Wähler entscheidend. Andere Parteien würden diese Themen meiden – die FPÖ greife sie direkt auf. Dabei sieht er die Partei auch als Ventil für Frust im System. Ohne sie würden sich viele Menschen ganz von der Demokratie abwenden. Die FPÖ halte diese Wähler „im politischen System“.
Schuch-Gubik widerspricht zudem dem gängigen Bild vom „Protestwähler“. Die Menschen kämen nicht aus Frust, sondern aus Überzeugung – getragen von Hoffnung, dass sich politisch etwas ändert.
Zwischen Stärke und Selbstsabotage
Doch die Geschichte der FPÖ ist auch eine Geschichte von Brüchen. Ibiza, interne Konflikte, Abspaltungen – immer wieder stand die Partei kurz vor dem Absturz.
Schuch-Gubik spricht von „individuellen Fehlern“, aus denen man gelernt habe. Heute sei die FPÖ so geschlossen wie nie zuvor – geeint durch den Anspruch, Österreich zu verändern.
Heinzlmaier zeichnet ein anderes Bild: Viele Rückschläge seien nicht nur hausgemacht, sondern Teil gezielter Kampagnen gewesen. Dennoch bleibt die entscheidende Frage offen: Reicht Wahlerfolg – oder scheitert die Partei erneut an sich selbst? Klar ist für ihn nur eines: Die politische Landschaft spiele der FPÖ derzeit in die Hände. Fehler der Regierung, Vertrauensverlust in etablierte Parteien und ungelöste Kernfragen würden die Freiheitlichen weiter stärken.
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