Wie die APA berichtete, wurde in der Nacht auf Samstag ein 19-Jähriger am Laubeplatz durch mehrere Stichverletzungen lebensgefährlich verletzt. Passanten alarmierten die Polizei, der mutmaßliche Täter flüchtete noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb zunächst ohne Erfolg. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.
Der jüngste Gewaltfall ist aus Sicht vieler Bewohner kein Einzelfall. Rund um den Viktor-Adler-Markt sorgen Schlägereien, Polizeieinsätze und Gewaltdelikte seit längerem für Verunsicherung. Für manche Anrainer ist inzwischen die Grenze des Erträglichen erreicht.
Kurdischer Familienvater: „Ich fühle mich nicht mehr sicher“
Laut einem Bericht der Tageszeitung Heute hat sich deshalb eine kurdische Familie entschlossen, Favoriten nach zehn Jahren zu verlassen. Der Familienvater, der aus Angst vor möglichen Repressalien anonym bleibt und im Bericht unter dem geänderten Namen „Ali“ auftritt, lebt seit rund 24 Jahren in Österreich. Er betont, dass ihm das Land nach seiner Flucht aus der Türkei ein neues Leben ermöglicht habe. Umso schwerer falle ihm die Entscheidung, seine langjährige Wohngegend aufzugeben.
Nach seinen Schilderungen habe sich das Sicherheitsgefühl in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Vor allem in den Abendstunden gehe seine Familie nur noch mit Unbehagen außer Haus. Er berichtet von zunehmenden Verschmutzungen, aggressivem Verhalten im öffentlichen Raum sowie von Frauen, die sich belästigt fühlten. Zudem habe er wiederholt beobachtet, dass Personen Messer oder ähnliche Gegenstände mit sich führten.
Besonders enttäuschend sei für ihn das Gefühl, dass die Sorgen vieler Anrainer nicht ernst genug genommen würden. Er wünsche sich ein entschlosseneres Vorgehen gegen die zunehmenden Probleme, bevor es zu weiteren schweren Gewalttaten komme. Für seine Familie steht die Entscheidung inzwischen fest: Sie sucht eine neue Wohnung in einem ruhigeren Wiener Bezirk.

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