Die Islamische Republik Iran steht erneut wegen Hinrichtungen im Fokus: Wie unter anderem von Reuters und Fox News berichtet, wurden mehrere Männer, darunter auch Teenager, hingerichtet. Die Fälle stehen im Zusammenhang mit dem harten Vorgehen gegen Demonstranten und werfen einmal mehr Fragen zum Einsatz der Todesstrafe im Land auf. Gleichzeitig verschärft sich die außenpolitische Lage weiter.

Mehrere Hinrichtungen – auch junge Männer betroffen

Laut der der iranischen Justiz zugeordneten Nachrichtenagentur Mizan wurden zwei Männer hingerichtet, die im Jänner versucht haben sollen, eine Militäreinrichtung zu stürmen und Zugang zu einem Waffenlager zu erlangen.

Laut der Organisation „Iran Human Rights“ handelt es sich um Mohammad Amin Biglari und Shahin Vahedparast Kolor, die am 5. April hingerichtet wurden. Biglari war 19 Jahre alt und studierte Informatik, Kolor war 30 Jahre alt. Laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurden beide am 8. Jänner gemeinsam mit weiteren Personen in Teheran festgenommen – im Zuge eines harten Vorgehens gegen Demonstranten.

Ihnen werden schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter „Feindschaft gegen Gott (Moharebeh), Korruption auf Erden, Brandstiftung an öffentlichen Einrichtungen sowie Versammlung und Verschwörung zur Begehung von Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“.

Weitere Fälle innerhalb weniger Tage

Die Hinrichtungen beschränken sich nicht auf diese beiden Fälle. So wurde Amirhossein Hatami, ein 18-jähriger Mann, der ebenfalls am 8. Jänner festgenommen wurde, laut „Iran Human Rights“ bereits am 2. April hingerichtet. Auch Ali Fahim (23), der ebenfalls am 8. Jänner festgenommen wurde, wurde am 6. April hingerichtet. Diese Angaben wurden von der Organisation „Hengaw” veröffentlicht und durch Mizan bestätigt.

Damit wurden innerhalb weniger Tage mehrere junge Männer hingerichtet, die im Zusammenhang mit den Ereignissen Anfang Jänner stehen.

Scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Internationale Beobachter reagieren mit deutlicher Kritik. Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor von „Iran Human Rights“, sagt: „Diese Hinrichtungen sind Teil der Überlebensstrategie der Islamischen Republik, die unter dem Deckmantel externer Konflikte Krieg gegen das eigene Volk führt.“

Er fordert ein klares internationales Signal: „Die internationale Gemeinschaft muss dringend reagieren. Die Lage der Gefangenen und der systematische Einsatz der Todesstrafe durch das Regime als politisches Unterdrückungsinstrument müssen zu einer zentralen Bedingung bei allen Verhandlungen oder Kontakten mit der Islamischen Republik gemacht werden.“

Spannungen mit den USA verschärfen Lage zusätzlich

Die Hinrichtungen erfolgen in einer Phase erhöhter Spannungen. Die USA und Israel befinden sich weiterhin im Konflikt mit dem Iran.

US-Präsident Donald Trump drohte am Sonntag auf Truth Social mit Angriffen auf die iranische Infrastruktur. Für Dienstag kündigte er mögliche Maßnahmen gegen Energieanlagen und Brücken an. Wörtlich schrieb er: „Der Dienstag wird im Iran sowohl Kraftwerkstag als auch Brückentag sein – beides in einem. So etwas hat es noch nie gegeben! Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle leben – wartet es ab! Gelobt sei Allah.“