Eigentlich kennt man Hooligans vor allem aus Fußballstadien: maskiert auf den Tribünen, mit Bengalos in den Händen oder bei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Fangruppen. Doch diese polnische Gruppierung soll weit über die Fußballszene hinaus aktiv gewesen sein. Die Ermittler werfen ihr Drogengeschäfte, den Besitz schwerer Waffen und vor allem die organisierte Schleusung von Menschen vor.

Schlepper an der steirischen Grenze erwischt

Die Ermittlungen nahmen laut Krone Mitte September 2025 an der slowenisch-steirischen Grenze Fahrt auf. Damals wollte ein Staatenloser mit Wurzeln in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Nahen Osten gemeinsam mit drei Flüchtlingen im Auto nach Österreich einreisen.

Dieser Fall wurde offenbar zu einem wichtigen Puzzleteil in einem wesentlich größeren internationalen Ermittlungskomplex. Das österreichische Bundeskriminalamt arbeitete dabei mit Behörden aus Belgien und Polen zusammen. Die Federführung lag bei der bayerischen Staatsanwaltschaft Traunstein. Zehn Monate später fällt die Bilanz der „Operation Ranger“ gewaltig aus: Insgesamt 27 Verdächtige wurden festgenommen – laut Bericht allesamt gewaltbereite Fußballfans.

280 Kilo synthetische Drogen und schwere Waffen

Bei Razzien machten die Ermittler zudem einen spektakulären Fund. Sichergestellt wurden schwere Waffen, Bargeld und nicht weniger als 280 Kilogramm hochgefährlicher synthetischer Drogen. Der geschätzte Wert des Rauschgifts: rund sieben Millionen Euro. Doch der besonders lukrative Hauptgeschäftszweig der Hooligan-Bande soll der Menschenschmuggel gewesen sein. Mindestens 300 Syrer sollen die Kriminellen innerhalb von zwei Jahren über Österreich in andere EU-Staaten geschleust haben.

Verräterische Handy-Chats brachten Ermittler auf die Spur

Zum Verhängnis wurden der straff organisierten und international bestens vernetzten Bande schließlich ausgerechnet die eigenen Nachrichten. Ermittler entdeckten auf dem Mobiltelefon eines mutmaßlichen Schlepper-Fahrers verräterische Chats. Die Nachrichten lieferten offenbar entscheidende Hinweise auf das Netzwerk und halfen den Fahndern dabei, die Strukturen der Bande aufzudecken. Die „Operation Ranger“ zeigt damit ein kriminelles Geflecht, das weit über Randale im Fußballstadion hinausging: Hooligans sollen mit Drogen, Waffen und der illegalen Schleusung Hunderter Menschen Millionen verdient haben.