Am Landesgericht Korneuburg wurden während der Verhandlung schreckliche Videosequenzen abgespielt. Auf jenen war zu sehen, welches Martyrium der Bub mitmachen musste. Er soll geglaubt haben, mit der Gruppe „chillen“ zu gehen. Stattdessen schlugen und traten die Jugendlichen auf ihn ein und schleuderten seinen Kopf gegen eine Wand. Immer wieder flehte der Elfjährige seine Peiniger an, endlich aufzuhören.

Anrainerin hörte Hilfeschreie

Besonders perfide: Die Täter zwangen laut Krone den Buben, ihre Schuhe abzulecken und sich dabei zu entschuldigen. Erst als eine Anrainerin die Hilfeschreie hörte und aufmerksam wurde, ließen die Jugendlichen von ihrem Opfer ab. Der Elfjährige erlitt zahlreiche Verletzungen. Da vier der fünf Beschuldigten noch unmündig sind, musste sich vor Gericht nur eine 14-Jährige verantworten.

Richter und Staatsanwältin fassungslos

Während Richter und Staatsanwältin erschüttert waren, reagierte ein 13-jähriger mutmaßlicher Mittäter, der wegen seines Alters nur als Zeuge einvernommen wurde, völlig anders: Als er sich selbst bei den Angriffen auf den Elfjährigen sah, soll er im Gerichtssaal in Gelächter ausgebrochen sein.

„Systemsprenger“

Die Staatsanwältin sprach von einem Opfer, das „als Boxsack“ missbraucht worden sei. Die Jugendlichen bezeichnete sie als „Systemsprenger“. Die mutmaßlichen Peiniger seien oder wären in Krisenzentren fremduntergebracht gewesen. Die Schule würde gemieden werden, Drogenkonsum stehe auf der Tagesordnung. Hinweise des Richters, dass ab dem 14. Lebensjahr das Gefängnis drohe, wurden laut Prozessbeobachtern mit gelangweilten Blicken beantwortet.

Hoffnungslosigkeit bei Urteilsverkündung

Die mutmaßliche 14-jährige Täterin, eine in Wien geborene Rumänin und Schulabbrecherin, fasste zwei Jahre bedingt aus – mit einer dreijährigen Probezeit. „Hast du das Urteil verstanden?“, habe der Richter gefragt. „Welche Strafe hast du bekommen?“ Die Antwort habe Hoffnungslosigkeit unter den Anwesenden im Gerichtssaal erzeugt. Sie lautete: „Gar keine.“