Am Telefon erklärte sie völlig ungeniert:
„Herr Richter, i kann jetzt wirklich net zu meinem Prozess kommen. I muss mit meinem Hund kacken gehn, sonst sch… er mir die ganze Bude voll.“
Im Gericht sorgte die Ausrede für ungläubiges Kopfschütteln. Richter Andreas Lenz machte der Frau klar, dass sie unverzüglich erscheinen müsse. Doch statt sich auf den Weg zu machen, folgte Ausrede auf Ausrede, berichtet die Heute.
Für ein Taxi habe sie kein Geld.
Zu Fuß? „Ich find alleine aber nicht hin.“
Navigation? „Geht net, mein Internet is’ aus.“
Auch der Hinweis auf kostenloses WLAN half nichts. Die Angeklagte fragte stattdessen: „Am Jakominiplatz gibt’s WLAN? Wo ist der? Wissen Sie, ich geh’ ja nicht außer Haus.“
„Graz ist gefährlich“
Als der Richter vorschlug, einfach Passanten nach dem Weg zu fragen, blockte die Frau erneut ab.
„Ich red’ net gern mit fremden Menschen. Außerdem ist Graz gefährlich.“
Darauf platzte dem Richter der Kragen.
„Sie sind gefährlich! Haben nicht Sie jemandem eine Bierflasche über den Kopf gezogen?“
Die knappe Antwort der Angeklagten:
„Ja …“
Zweiter Angeklagter sorgt für nächste Lachnummer
Doch damit war die Gerichts-Posse noch lange nicht vorbei.
Auch der zweite Angeklagte fehlte zum Prozess. Zunächst landeten die Justizmitarbeiter nur auf seiner Mobilbox. Wenig später meldete sich der Mann zurück – mit einer Frage, die den Saal erneut sprachlos machte.
„Wo bin ich?“
Der Richter antwortete trocken:
„Straflandesgericht. Dort, wo Sie jetzt gerade sein sollten.“
Darauf der Mann:
„Aso, i hab’ nur zurückgerufen, weil i die Nummer net gekannt habe …“
„Die depperte ID Austria“
Mit rund einer Stunde Verspätung tauchten schließlich beide Angeklagten doch noch auf – die Frau diesmal ohne Hund.
Reue? Fehlanzeige.
Stattdessen schob der zweite Angeklagte die Schuld auf „die depperte ID Austria“, weil er angeblich keine Ladung erhalten habe.
So kurios der Vorfall auch wirkt – die Justiz versteht dabei keinen Spaß.
Wer einer Gerichtsverhandlung unentschuldigt fernbleibt, muss mit einem Vorführbefehl rechnen. Dann holt die Polizei den Angeklagten direkt von zu Hause oder vom Arbeitsplatz ab und bringt ihn ins Gericht. Die Kosten dafür können dem Betroffenen ebenfalls verrechnet werden.
In besonders schweren Fällen droht sogar Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Prozess außerdem auch ohne den Angeklagten stattfinden.
Fest steht: Wer glaubt, einen Gerichtstermin mit kuriosen Ausreden aussitzen zu können, riskiert am Ende weit mehr als nur den Ärger des Richters.

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