Die Entwicklung zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen: Im vergangenen Schuljahr wurden österreichweit 2.187 Schülerinnen und Schüler suspendiert. Im Jahr davor lag die Zahl noch bei rund 2.000. Besonders betroffen sind laut Berichten Mittelschulen. Doch auch an Volksschulen kommt es immer häufiger zu schwerwiegenden Vorfällen. Dort wurden zuletzt rund 400 Kinder zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen.

Lehrerin mit Nasenbeinbruch

Für besonderes Aufsehen sorgte ein Vorfall in der Steiermark. Laut Denise Schiffrer-Barac wurde einer Lehrerin bei einem Streit in einer Volksschule die Nase gebrochen. Das beteiligte Kind war laut Angaben höchstens zehn Jahre alt. Die Kinder- und Jugendanwältin warnt davor, Gewalt unter Kindern zu verharmlosen. Lehrer würden bereits in den ersten Schuljahren massiv beschimpft. Zudem kämen manche Jugendliche inzwischen sogar mit Messern oder anderen gefährlichen Gegenständen in die Schule, der Satz: Ich stech dich ab, ist allgegenwärtig.

Angst unter Schülern

Auch Lehrervertreter berichten von einer zunehmend belastenden Situation im Schulalltag. Carmen Karolyi schildert Fälle, in denen Kinder aus Angst Zuflucht auf Toiletten suchen oder am Boden liegende Mitschüler weiter getreten würden, während andere zuschauen. Experten sprechen von einer besorgniserregenden Normalisierung von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um Rangeleien oder verbale Konflikte, sondern teilweise um schwere körperliche Übergriffe und massive Drohungen. Obwohl hier von den Schulen bewusst keine Herkunft oder Namen der Schüler bekannt gegeben werden, bekommt man auf Nachfrage sehr wohl den Hinweis, dass es sich selten um Kinder ohne Migration handelt.

Forderungen nach Maßnahmen

Die Debatte über Gewalt an Schulen dürfte damit weiter an Intensität gewinnen. Pädagogen und Experten fordern mehr Unterstützung für Schulen, zusätzliche psychosoziale Betreuung, kleinere Klassen sowie konsequente Maßnahmen bei schweren Vorfällen. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, wie Prävention, Elternarbeit und Integration verbessert werden können, um Eskalationen frühzeitig zu verhindern.