Seit den Aufständen gegen das Regime im Jänner geht Teheran mit brutaler Härte gegen seine Gegner vor. Die Iran Human Rights Society hat 2026 bislang 784 Hinrichtungen dokumentiert – Tendenz stark steigend. „Diese Zahlen deuten auf einen seit März rapide zunehmenden Trend bei den Hinrichtungen hin”, erklärte ein Vertreter der Organisation gegenüber Fox News Digital. Besonders alarmierend: „Die Hinrichtung politischer Gefangener hat ein Ausmaß erreicht, das in den letzten 37 Jahren nicht zu beobachten war.” Allein zwischen 31. Mai und 1. Juni wurden mindestens 18 Gefangene hingerichtet – einer davon soll „unter größter Brutalität öffentlich gehängt” worden sein.

USA verurteilen „aufs Schärfste"

Das US-Außenministerium reagiert mit deutlichen Worten: „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass das iranische Regime Hinrichtungen einsetzt, um Menschen für die Ausübung grundlegender Menschenrechte zu bestrafen, darunter auch Iraner, die friedlich für ein besseres Leben protestieren.” Die Iraner seien seit Jahrzehnten „Folter und Scheinprozessen ausgesetzt, die zu Hinrichtungen und schweren Strafen führen, oft mit erzwungenen Geständnissen als einzigem gegen sie vorgebrachten Beweis.”

Der Nationale Widerstandsrat des Iran (NCRI) zählte zwischen 19. März und 1. Juni 32 Hinrichtungen – darunter 24 Teilnehmer der Jänner-Proteste. Für fünf weitere politische Gefangene im Sheiban-Gefängnis in Ahvaz bestehe „die unmittelbare Gefahr einer Hinrichtung.”

Dunkelziffer wohl deutlich höher

Die tatsächliche Zahl der Exekutionen dürfte die dokumentierten Fälle deutlich übersteigen. „Die herrschenden Behörden im Iran führen Hinrichtungen häufig im Geheimen durch und geben viele davon nicht öffentlich bekannt”, so die Iran Human Rights Society. Viele Hinrichtungen in abgelegenen Gebieten blieben undokumentiert.

Die Internetzensur erschwert die Aufklärung zusätzlich: Laut der Überwachungsorganisation „NetBlocks” ist der internationale Zugang gedrosselt, Messaging-Apps werden gezielt gefiltert. Trotzdem gelangen Informationen über ein Netzwerk aus Gefängnisquellen, Familienangehörigen und Anwälten nach außen – jeder Bericht werde von mehreren unabhängigen Quellen überprüft.

100.000 Exil-Iraner planen Großkundgebung in Paris

NCRI-Präsidentin Maryam Rajavi fordert „dringende Maßnahmen” der UNO und appellierte an den UN-Sicherheitsrat und die EU, „diese kriminellen Hinrichtungen entschieden zu verurteilen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Tötung von politischen Gefangenen und Demonstranten in Iran zu stoppen.”

Am 20. Juni werden bis zu 100.000 iranische Exilanten zu einer Großkundgebung in Paris erwartet – mit dabei: Mehr als 100 Abgeordnete, Beamte, ehemalige Staatschefs und Minister. Die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Dr. Mai Sato, ließ eine Anfrage zu den Hinrichtungen unbeantwortet.