Der frühere Ski-Profi befand sich gemeinsam mit hunderten Aktivisten, darunter angeblich zwei weitere Österreicher, auf dem Weg Richtung Gazastreifen, als israelische Einsatzkräfte zuschlugen. Laut Berichten wurden mehr als 40 Boote der sogenannten „Global Sumud Flotilla“ unter Kontrolle gebracht. Rund 250 Aktivisten sollen festgenommen worden sein.
Israel: „Notwendiges Vorgehen“
Besonders brisant: Die Organisatoren sprechen von einer „Entführung“ durch israelische Soldaten. Israel wiederum bezeichnet die Aktion als notwendiges Vorgehen gegen eine politische Provokation. Schütter soll sich auf jenem Boot befunden haben, das zuletzt von der israelischen Marine gestoppt wurde. Gemeinsam mit anderen Aktivisten wurde der Ex-Skirennläufer offenbar nach Israel gebracht.
Vom Ski-Circuit in den Klimaschutz
Schütter ist in Klimaschutz-Kreisen kein Unbekannter. Am 28. Februar 2024 unterstützte er eine Aktion der Letzten Generation im Zuge einer Plenarsitzung des Nationalrats. Die Aktivisten wollten ins Parlament, um aufzuzeigen, dass „die Bundesregierung den Klimarat weiter ignoriert und keine Partei ein überlebenstaugliches Wahlprogramm vorgelegt hat“, man forderte ein Grundrecht auf Klimaschutz. Im Herbst 2025 schloss sich Schütter der Global Sumud Flotilla an, um mit Greta Thunberg Hilfsgüter nach Gaza zu transportieren. Im Oktober desselben Jahres wurde er erstmals von der israelischen Marine festgenommen und schließlich abgeschoben.
Schwester der iranischen Präsidentin ebenfalls an Bord?
Auch international sorgt der Vorfall für Wirbel. Mehrere Staaten verurteilten das Vorgehen Israels scharf. Unter den Festgenommenen soll sich sogar die Schwester der irischen Präsidentin befinden. Die Hilfsflotte wollte laut Veranstaltern einen humanitären Korridor nach Gaza schaffen und die Blockade durchbrechen. Israels Außenministerium hält dagegen: Auf den Booten seien bislang keine Hilfsgüter gefunden worden. Der Einsatz auf hoher See könnte sich somit zu einem internationalen Politkrimi entwickeln.

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