Die Ergebnisse zeichnen ein alarmierendes Bild: Digitale Angriffe nehmen weiter zu, Künstliche Intelligenz verschärft die Bedrohung zusätzlich. Laut der Studie berichteten 25 Prozent der Befragten von einem Anstieg der Cyberangriffe im vergangenen Jahr. Jeder achte Angriff soll 2025 erfolgreich gewesen sein.

Angriffe kommen meist per E-Mail

Besonders häufig erfolgen Attacken über klassische Wege: 78 Prozent der Unternehmen meldeten Malware-Angriffe per E-Mail, 69 Prozent waren mit Phishing-Links konfrontiert. Bei 58 Prozent nutzten Hacker gezielt Schwachstellen in Hard- oder Software aus. Auch sogenannte CEO-Fraud-Fälle bleiben ein großes Problem: 57 Prozent der Befragten hatten bereits mit gefälschten Nachrichten vermeintlicher Geschäftsführer zu tun. Mehr als die Hälfte berichtete zudem von Betrugsanrufen. Rückläufig waren hingegen sogenannte Überlastungsattacken – hier verzeichnet die Studie ein Minus von 58 Prozent.

Tourismus zunehmend im Visier

Besonders im Fokus der Angreifer stehen laut Studie die Automobilindustrie, der Tourismus, die Energiewirtschaft sowie die Konsumgüter- und Lebensmittelbranche. Die Hälfte aller Attacken wird der organisierten Kriminalität zugeschrieben. In vier von zehn Fällen konnten die Täter allerdings nicht identifiziert werden. Zehn Prozent der Angriffe sollen auf staatliche Akteure zurückgehen, acht Prozent auf Nachrichtendienste. Auffällig: Acht Prozent der registrierten Sicherheitsvorfälle wurden durch ehemalige Mitarbeiter verursacht – allerdings unbeabsichtigt.

Sicherheitsvorfälle kosten Hunderttausende Euro

Wie teuer Cyberangriffe werden können, zeigt ein weiterer Teil der Studie. Jede vierte Firma, die Opfer einer Ransomware-Attacke wurde, zahlte Lösegeld an die Täter, um wieder Zugriff auf ihre Systeme zu erhalten. Die finanziellen Schäden fallen dabei teils massiv aus: Ein Viertel der betroffenen Unternehmen bezifferte die Kosten eines Vorfalls auf 10.000 bis 50.000 Euro. Bei 14 Prozent lagen die Schäden sogar zwischen 100.000 und 500.000 Euro. Trotz der wachsenden Bedrohung glauben nur 15 Prozent der Befragten, dass Österreich ausreichend auf Cyberangriffe vorbereitet ist.

Wunsch nach heimischen Lösungen wächst

Zunehmend Sorge bereiten Unternehmen auch Angriffe mithilfe Künstlicher Intelligenz sowie die Verbreitung von Desinformation und Missinformation. 47 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass KI bereits verstärkt für Cyberangriffe eingesetzt wird. Insgesamt sehen 84 Prozent darin eine ernsthafte Bedrohung. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach mehr technologischer Unabhängigkeit – insbesondere von den USA. 83 Prozent würden laut Studie österreichische Cyber-Sicherheitslösungen bevorzugen, 89 Prozent sprechen sich für eine stärkere europäische Zusammenarbeit aus.

Sorge vor Ausfällen aus dem Ausland

Wie groß die Abhängigkeit von ausländischen Technologien bereits ist, zeigt sich vor allem im Bereich Cyber-Sicherheit: Rund 69 Prozent der eingesetzten Anwendungen stammen derzeit aus dem Ausland. Entsprechend groß ist die Sorge vor möglichen Ausfällen oder geopolitischen Spannungen. Mehr als die Hälfte der Befragten – konkret 54 Prozent – glaubt, ohne ausländische Technologien höchstens noch drei Monate arbeitsfähig zu bleiben. Danach müsste der Betrieb des Unternehmens wohl eingestellt werden.