Offiziellen Zahlen zufolge: 200.000 Migranten haben seit 2018 in kleinen Booten den Ärmelkanal überquert und Großbritannien erreicht. Das geht aus aktuellen Zahlen der britischen Behörden hervor, über die die Zeit unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Demnach wurde die Marke von 200.000 Ankünften am Freitag überschritten, nachdem weitere 70 Menschen die Überfahrt geschafft hatten – wie Apollo News berichtete.
Flüchtlingsstrom reißt nicht ab
Insgesamt seien seit Beginn der statistischen Erfassung vor sieben Jahren exakt 200.013 sogenannte Bootsmigranten in Großbritannien angekommen. Die meisten Boote starteten von der nordfranzösischen Küste aus und nahmen Kurs auf Südengland. Laut Experten liegt die Dunkelziffer aber eher bei 450.000 illegalen Immigranten. Die Route über den Ärmelkanal gilt seit Jahren als eine der zentralen Migrationsstrecken nach Großbritannien. Viele Migranten nutzen kleine Schlauch- oder Holzboote, um die vergleichsweise kurze, aber gefährliche Passage zu bewältigen. Die Überfahrten finden häufig unter schwierigen Wetterbedingungen und mit überfüllten Booten statt.
Nicht alle schaffen die Überfahrt
Die Zahl der Todesopfer bleibt hoch. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP kamen allein im Jahr 2025 mindestens 29 Menschen bei versuchten Überfahrten ums Leben. In diesem Jahr wurden bislang bereits sechs Todesfälle registriert. Die hohen Ankunftszahlen verdeutlichen zugleich die anhaltenden Schwierigkeiten der britischen Regierung, die irreguläre Migration über den Kanal einzudämmen. Sowohl die konservative Vorgängerregierung als auch die heutige Labour-Regierung hatten strengere Maßnahmen angekündigt und die Zusammenarbeit mit Frankreich verstärkt. Dennoch bleibt die Zahl der Überfahrten auf hohem Niveau, die Regierung erschein mittlerweile machtlos.
Man erfasst die Anzahl der Migranten, nicht aber die Illegalen selbst
Die britischen Behörden hatten 2018 begonnen, die Ankünfte von Migranten in kleinen Booten systematisch zu erfassen. Seither stiegen die Zahlen in mehreren Jahren deutlich an. Menschenrechtsorganisationen verweisen regelmäßig auf die humanitären Risiken der Route, während Kritiker eine härtere Kontrolle der Grenzen fordern. Die Überfahrten über den Ärmelkanal sind inzwischen zu einem zentralen politischen Konfliktthema in Großbritannien geworden. Dabei geht es nicht nur um Grenzsicherung und Asylpolitik, sondern auch um die Zusammenarbeit mit Frankreich sowie um die Frage, wie Schleusernetzwerke wirksamer bekämpft werden können.

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