Einer der größten Einschnitte der vergangenen Jahre
Bereits im vergangenen Herbst hatte sich abgezeichnet, dass Wacker Chemie tiefgreifende Sparmaßnahmen vorbereiten würde. Damals sprach der Konzern von rund 1.600 Stellen, die konzernweit wegfallen könnten. Nun steht fest: Allein in Burghausen werden 1.300 Arbeitsplätze abgebaut.
Der oberbayerische Standort gilt als Herzstück des Unternehmens. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort aktuell, darunter etwa 750 Beschäftigte aus Österreich. Weltweit zählt Wacker Chemie rund 16.200 Mitarbeiter.
Die Kürzungen erfolgen im Rahmen eines groß angelegten Spar- und Effizienzprogramms mit dem Namen „PACE“. Ziel des Konzerns ist es, die jährlichen Kosten dauerhaft um mehr als 300 Millionen Euro zu senken.
Chemiebranche kämpft mit anhaltender Flaute
Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die seit längerer Zeit schwache Entwicklung der Chemiebranche. Viele Industriebetriebe leiden unter rückläufiger Nachfrage, steigenden Produktionskosten und einer insgesamt angespannten Weltwirtschaftslage.
Besonders energieintensive Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Hohe Strompreise, in erster Linie bedingt durch die Umstellung auf grüne Energieträger, teure Rohstoffe und internationale Konkurrenz belasten den Standort Europa seit Jahren erheblich.
Wacker versucht nun gegenzusteuern. Neben dem Stellenabbau sollen Produktionsbereiche zusammengelegt und Schichtmodelle flexibler gestaltet werden.
Arbeitszeit und Gehalt werden reduziert
Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, vereinbarte der Konzern gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern weitere Einschnitte. Bis 2028 akzeptieren sämtliche Beschäftigten in Deutschland eine Reduzierung von Arbeitszeit und Gehalt um vier Prozent.
Der Stellenabbau soll laut Unternehmen über Freiwilligenprogramme, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge umgesetzt werden.
Neben Burghausen sind auch weitere Standorte betroffen. Im sächsischen Nünchritz sollen 200 Stellen wegfallen. Am Unternehmenssitz in München werden 60 Arbeitsplätze gestrichen, weitere 50 Stellen entfallen an anderen deutschen Standorten.
Wacker-Chef Christian Hartel sprach von einem „wichtigen Meilenstein“, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.

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