„Nie wieder“ – eine leere Worthülse. „Staatsräson, Erinnerungskultur, nie wieder.“ Worte, die zu oft gesagt, aber nicht mit Leben gefüllt werden. Wer auf der einen Seite der toten Juden gedenke und die lebenden gleichzeitig ignoriere, dem fehle jede Substanz hinter diesen Worten. Die Kulturbranche, sagt Sander, habe das exemplarisch vorgeführt. Sie halte sich für moralisch überlegen – und habe beim Thema Juden und Israel alles über Bord geworfen. Die Opfer des 7. Oktobers seien entmenschlicht worden. Kein Mitgefühl, stattdessen Dämonisierung.
Jüdische Kinder lernen, wie man sich versteckt
Jüdische Freunde mit Kindern brächten ihren Kindern bei, nicht zu sagen, dass sie Juden seien. Erklärten ihnen, wie man wegrennt, wie man sich versteckt. Sander sagt, sie sei froh, früher Kind gewesen zu sein – in einer Zeit, in der das noch nicht so war. Heute sitzen viele Juden in Deutschland buchstäblich auf gepackten Koffern. Es sei nicht mehr die Frage ob, sondern wann man Deutschland verlassen müsse.
Was aus jüdischem Leben in Deutschland wird
Wenn es so weitergeht, sieht es nicht gut aus. Sanders Fazit ist nüchtern. Sie sieht noch Hoffnung – bei Vorträgen begegnen ihr Menschen, die etwas ändern wollen. Aber es werde knapp. Sehr, sehr viel müsse sich ändern.
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.

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