Österreichs Jugendliche haben klare Vorstellungen von ihrem künftigen Berufsleben – und diese haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Das zeigt die aktuelle „Lebenswelten 2025“-Studie der Pädagogischen Hochschulen.
Freizeit und Lebensqualität
Ganz oben auf der Wunschliste stehen weiterhin Sicherheit und Lebensqualität: Drei Viertel der Befragten wollen einen sicheren Arbeitsplatz, 65 Prozent ausreichend Freizeit. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt mit 63 Prozent ein zentrales Anliegen.
Doch gleichzeitig rücken materielle Aspekte stärker in den Fokus. Besonders auffällig: Der Wunsch nach einem hohen Einkommen ist deutlich gestiegen. Während 2020 nur 34 Prozent der Jugendlichen ein hohes Gehalt als „sehr wichtig“ bezeichneten, sind es 2025 bereits 51 Prozent. Auch Karrierechancen gewinnen an Bedeutung.
Im Gegensatz dazu verlieren ideelle Werte leicht an Gewicht. Der Anteil jener, die im Beruf „etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun“ wollen, ist gesunken.Die Agenda Austria sieht vor allem eine Verschiebung hin zu mehr Freizeit und weniger Leistungsanreiz. Der Befund: Wenn sich Mehrarbeit finanziell kaum lohnt, sinkt auch die Motivation, mehr zu leisten. Hohe Steuern und Abgaben würden den Leistungswillen dämpfen.
Ein Vorwurf an die Jugend sei das allerdings nicht. Vielmehr handle es sich um eine rationale Anpassung an die Rahmenbedingungen. Oder anders gesagt: Wer mehr Einsatz fordert, muss ihn auch spürbar belohnen.
Die Studien liefern damit eine klare Botschaft – nicht nur über die Wünsche der Jugend, sondern auch über die Herausforderungen für Politik und Wirtschaft.

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