Klare Ansage von Eva Schütz beim ORF-Hearing auf ORF III: Die exxpress-Herausgeberin will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schlanker, transparenter und regionaler aufstellen. Der ORF müsse sich wieder stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren – und aufhören, Strukturen mitzuschleppen, die dem Programm nicht nützen.
„Ich will den ORF sicher in eine gute Zukunft führen. Ich kenne ihn, ich weiß, was jetzt zu tun ist und ich weiß, womit wir aufhören müssen“, sagte Schütz.
Mehr Regionalität statt Verwaltungsapparat
Besonders deutlich wurde Schütz bei den Landesstudios. Dort würden jährlich 25.000 Beiträge produziert, nur rund 5.000 davon kämen aber ins nationale Programm. Für Schütz ist das ungenütztes Potenzial.
Gerade regionale Inhalte, österreichische Produktionen, Kultur und Sport seien jene Bereiche, mit denen sich der ORF von internationalen Plattformen abheben könne. Sparen will sie dagegen vor allem in der Verwaltung – etwa bei Doppelgleisigkeiten in den Bundesländern.
„Kein Anspruch auf Geheimhaltung“
Auch bei der Transparenz sieht Schütz Handlungsbedarf. Verträge, Pensionsabfertigungen und sogenannte Golden Handshakes müssten für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer werden.
„Der ORF wird mit dem Geld der Gebührenzahler finanziert. Da gibt es einfach keinen Anspruch auf Geheimhaltung“, betonte sie.
Als Einzige gegen ORF-Klage
Den klarsten Unterschied zu ihren Mitbewerbern zeigte Schütz bei der Frage nach einer möglichen Verfassungsklage gegen die geplanten Budgetkürzungen. Während alle anderen Kandidaten dafür stimmten, sagte sie Nein.
Ihre Begründung: Der ORF müsse sich so effizient aufstellen, dass er seinen Auftrag unabhängig vom Finanzierungsmodell erfüllen könne – egal ob Haushaltsabgabe oder Budgetfinanzierung.
Kritik an Social-Media-Auftritten
Kritisch sieht Schütz auch die öffentliche Wahrnehmung des ORF. Sie verwies darauf, dass laut Umfragen 52 Prozent der Bevölkerung die politische Berichterstattung nicht als ausgewogen wahrnehmen würden.
Ein Grund dafür seien aus ihrer Sicht öffentliche politische Stellungnahmen von ORF-Mitarbeitern auf sozialen Medien.
„Diese permanente Äußerung von gesellschaftspolitischen und politischen Ansichten auf Social Media von Journalisten, die hier in der Auslage stehen und mit dem ORF verbunden werden, hilft nicht weiter“, sagte Schütz.
Solche Auftritte würden der Wahrnehmung von Objektivität schaden und das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zusätzlich belasten.

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