An der Universitätsklinik Innsbruck setzt man bereits auf diese neuen Möglichkeiten. Unter der Leitung von Dietmar Ulrich wird derzeit untersucht, wie KI-Anwendungen chirurgische Eingriffe im Vorfeld unterstützen können.
Dabei analysieren Systeme große Mengen an Bilddaten und erstellen daraus Referenzmodelle. Wie der ORF berichtet, kann so ein „durchschnittliches“ weibliches Gesicht berechnet werden, das als Orientierung für geplante Eingriffe dient.
Virtuelle Vorschau statt Unsicherheit
Auch bei Brustoperationen kommt diese Technologie zum Einsatz. KI-gestützte Simulationen ermöglichen es, vor einem Eingriff eine visuelle Annäherung an das spätere Ergebnis zu erzeugen.
Die Grundlage bilden umfangreiche Datenbanken mit 3D-Bildmaterial. Je größer diese Datensätze werden, desto präziser fallen die Berechnungen aus.
Fortschrittskontrolle per Smartphone
Die Anwendungsmöglichkeiten gehen jedoch weit über die Operationsplanung hinaus. In der Handchirurgie beispielsweise, werden Bewegungsabläufe gesunder Hände analysiert, um Referenzwerte zu schaffen.
Diese Daten könnten künftig in mobilen Anwendungen genutzt werden. Patienten hätten so die Möglichkeit, ihre Rehabilitation selbst zu überwachen – etwa durch Übungen vor der Smartphone-Kamera, die mit den berechneten Idealwerten verglichen werden.
Auch einfache medizinische Einschätzungen könnten digital unterstützt werden. So ließe sich etwa überprüfen, ob bestimmte Symptome nach einer Operation im normalen Bereich liegen oder ärztlich abgeklärt werden sollten.
KI in Spitälern: Unterstützung für Pflege und Diagnostik
Doch nicht nur in der Chirurgie, auch im generellen Klinikalltag gewinnt künstliche Intelligenz an Bedeutung. In oberösterreichischen Krankenhäusern z.B., kommen bereits Systeme zum Einsatz, die Patienten überwachen und Pflegepersonal entlasten.
Im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern in Linz erfassen zur Zeit Radarsensoren Bewegungsmuster, ohne personenbezogene Daten zu speichern. Verlässt ein Patient beispielsweise das Bett, wird automatisch ein Alarm ausgelöst.
Parallel dazu wird KI in der Diagnostik eingesetzt. Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried analysieren Algorithmen medizinische Befunde, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. Die Ergebnisse sind messbar: Die Infektionsrate konnte auf 0,9 Prozent gesenkt werden – deutlich unter dem üblichen Durchschnitt von drei bis vier Prozent.

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