Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2021 und 2024 insgesamt 27 Straftaten begangen haben. Betroffen sind acht Buben im Alter von 12 bis 17 Jahren. Wie mehrere Medien berichten, ereigneten sich viele der mutmaßlichen Taten in einem islamischen Schülerwohnheim in Giengen an der Brenz.
Der Angeklagte war dort als sogenannter „Hoca“ tätig – eine religiöse Autorität, die Kindern unter anderem den Koran und die arabische Sprache vermittelt. Laut SWR ist dafür keine klassische akademische Ausbildung erforderlich.
Opfer gezielt in Situationen gelockt
Nach Angaben der Anklage soll der 35-Jährige seine Position gezielt ausgenutzt haben. Wie der Spiegel berichtete, habe er Jungen etwa mit gemeinsamen Filmabenden in sein Büro gelockt. Dort soll er sie zu Massagen und sexuellen Handlungen gezwungen haben – bis hin zu Oralverkehr.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, Druck ausgeübt und die Kinder zum Schweigen gebracht zu haben. Seine Stellung als religiöse Autorität habe dabei eine zentrale Rolle gespielt.
Auch körperliche Gewalt gehört zu den Vorwürfen: Laut der Tagesschau 24 sollen einzelne Opfer bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein. Der Angeklagte habe den Kindern gezielt Schmerzen zugefügt und sich daran sogar belustigt, berichtete die Anklagevertretung.
Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Der deutsche Staatsbürger sitzt seit Mitte Januar in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt kündigte seine Verteidigung laut Berichten an, dass er sich zu den Vorwürfen äußern werde – allerdings nicht öffentlich.
Die Aussagen der betroffenen Kinder sollen ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Insgesamt sind acht Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für Mai erwartet.

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