Besonders alarmierend war das Ergebnis für die Babyschale „Kinderkraft Mink Pro 2“ in Kombination mit der Isofix-Basis „Mink FX2“. Beim Frontalaufprall löste sich die Babyschale von ihrer Basis und wurde durch das Testfahrzeug geschleudert. „Ein Modell ist mit ,nicht genügend‘ durchgefallen“, erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der Automobilclub hatte bereits unmittelbar nach Durchführung der Tests auf das Sicherheitsproblem hingewiesen. Der Hersteller reagierte laut ÖAMTC rasch und bietet betroffenen Kunden seither die Rückgabe oder den Austausch des Produkts an. Interessant: Dieselbe Babyschale wurde ohne Isofix-Basis, also mit Sicherung über den Fahrzeuggurt, getestet und erhielt dabei die Bewertung „befriedigend“.

Drei Modelle überzeugen mit „Gut“

Insgesamt nahmen die Experten 16 aktuelle Kindersitze aller Größen- und Preisklassen unter die Lupe. Bewertet wurden die Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffbelastung und Umweltverträglichkeit.

Drei Modelle konnten dabei die Note „Gut“ erreichen:

  • Cybex Sirona Ti
  • Cybex Pallas G3
  • Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size

Besonders bemerkenswert: Mit dem Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size schaffte es auch ein vergleichsweise günstiges Modell unter die Testsieger.

Zehn Sitze im Mittelfeld

Die Mehrheit der getesteten Produkte erhielt die Note „Befriedigend“. Laut ÖAMTC verfügen diese Sitze jeweils über individuelle Stärken und Schwächen. Während einige Modelle bei der Sicherheit überzeugten, zeigten andere Vorteile bei Komfort, Bedienung oder Ergonomie. Wer einen Kindersitz kaufen möchte, sollte daher die Detailbewertungen genau vergleichen.

Zwei Modelle nur „Genügend“

Nicht vollständig überzeugen konnten zwei weitere Sitze. Beim Lionelo Lavender i-Size bemängelten die Tester ein erhöhtes Verletzungsrisiko sowohl beim Frontal- als auch beim Seitenaufprall. Die ursprünglich bessere Bewertung musste deshalb herabgestuft werden. Der Axkid Minikid 4 Pro zeigte zwar gute Sicherheitswerte, fiel jedoch durch einen komplizierten und fehleranfälligen Einbau auf. Zudem benötigt das Modell vergleichsweise viel Platz im Fahrzeug.

Positive Entwicklung bei Schadstoffen

Eine erfreuliche Erkenntnis des aktuellen Tests betrifft die Materialqualität. Sowohl bei Schadstoffen als auch bei der Umweltverträglichkeit erzielten die getesteten Kindersitze durchgehend gute Ergebnisse. Laut den Experten ist dies keineswegs selbstverständlich und stellt eine positive Entwicklung gegenüber früheren Testreihen dar. Neben der Qualität des Sitzes spielt auch die korrekte Verwendung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit von Kindern. Der ÖAMTC empfiehlt Eltern daher, sich bereits beim Kauf ausführlich über die Handhabung zu informieren und sowohl die Bedienungsanleitung des Kindersitzes als auch die Vorgaben des Fahrzeugherstellers genau zu beachten. Trotz einzelner Schwachstellen fällt das Gesamtfazit des ÖAMTC positiv aus. Eltern finden laut den Experten weiterhin eine große Auswahl an empfehlenswerten Kindersitzen für unterschiedliche Altersgruppen und Budgets. Der aktuelle Test zeigt jedoch einmal mehr, wie wichtig unabhängige Prüfungen sind – denn selbst zugelassene Produkte können im Ernstfall erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen.