Die Ermittler der Kriminalpolizei sind alles andere als tapsige Polizisten, die nicht wissen, was sie tun. Das sind Top geschulte Beamte, die es gewöhnt sind, auch vermeintlich schlaue Verbrecher in Widersprüche zu verwickeln und Täter mit diversen Tricks zu überführen. Doch bei dem EX-Manager beißen sich die Ermittler ein bisserl die Zähne aus. Das knapp 80 Seiten umfassende Protokoll zu der um exakt 09:51 in der Polizeiinspektion St. Gilgen beginnenden Einvernahme liest sich teilweise wie eine Unterhaltung unter Freunden, teilweise wie die Mitschrift einer psychiatrischen Sitzung. Er spricht über viel Privates, Berufliches, seine untreue Lebensgefährtin und über den gemeinsamen Nachwuchs.
Nur ein kleines Eingeständnis über Fälschung von Lohnzetteln
Wenn dann über den Fall, seine Rolle als Tatverdächtiger gesprochen wird, gibt Pavel S. nicht einmal irgendwas zu. Im Gegenteil, er wirkt teilweise amüsiert und genervt. Laut Kronenzeitung reagiert er so: „Also zum Beispiel bei meinem Fall, es gibt sicher Indizien.“ Um diese zugleich mehrfach lachend als „das ist Wahnsinn“, „das ist absurd“ oder „ich finde das ungerecht“ abzustreiten. Was er zugibt, ist der Strafbestand der Fälschung und des versuchten Betrugs. Die Fälschungen von Gehaltszetteln für einen Kredit zum Grundkauf gesteht er nach langem Verhör ein, mehr aber auch nicht. Auf alle anderen Vorwürfe mit meist erdrückenden Beweisen, hat der 39jährige immer eine Antwort parat, passend oder nicht. Auf den Vorwurf mit dem Rattengift, dass bei ihm gefunden wurde, erklärt er lapidar: „Weil ich so viele Mäuse draußen habe. Sogar die Schnüre meiner Laufschuhe haben sie gefressen. Nicht jeder mit Rattengift verschickt Erpressermails.“
Psychisch nicht zu knacken
Weder auf Vertraulichkeiten und Zusprüche der Beamten reagiert der Tatverdächtige, noch ist er mit der emotionalen Schiene zu packen. Sein einziger Satz dazu: „Suchen sie jemanden, der das wirklich gemacht hat. Er ist immer noch da und ist immer noch gefährlich.“

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