Welche Kreditarten gibt es?

Konsumkredite finanzieren Anschaffungen wie Auto, Möbel oder Elektronik. Die Laufzeit liegt typischerweise bei drei bis sieben Jahren, die Zinsen zwischen 4 und 9 Prozent. Wohnkredite (Hypothekarkredite) haben längere Laufzeiten von 20 bis 35 Jahren und niedrigere Zinsen, da die Immobilie als Sicherheit dient. Rahmenkredite (Kontoüberziehung) sind die teuerste Kreditform – der Überziehungszins liegt oft bei 10 bis 14 Prozent.

Faustregel: Je kürzer die Laufzeit und je besser die Sicherheit, desto niedriger der Zinssatz. Eine Kontoüberziehung sollte nur kurzfristig und nie als Dauerfinanzierung genutzt werden.

Fixzins oder variabler Zins?

Beim Fixzinskredit bleibt der Zinssatz über die gesamte Laufzeit (oder eine vereinbarte Fixzinsperiode) gleich. Das gibt Planungssicherheit – die monatliche Rate ändert sich in dieser Zeit nicht, egal was am Markt passiert. Beim variablen Zins wird der Zinssatz regelmäßig an einen Referenzzins (meist den Euribor) angepasst. Variable Kredite starten oft günstiger, wenn die kurzfristigen Referenzzinsen niedrig sind – dafür trägt der Kreditnehmer das Risiko steigender Raten.

Nach den Zinserhöhungen der letzten Jahre haben viele Kreditnehmer mit variablen Zinsen schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Wer auf Sicherheit setzt, wählt den Fixzins – auch wenn er etwas höher startet.

Effektivzins: Die einzig ehrliche Zahl

Der Nominalzins ist nicht der tatsächliche Preis des Kredits. Der Effektivzins (effektiver Jahreszins) enthält alle Nebenkosten: Bearbeitungsgebühren, Kontoführung, Schätzkosten und Versicherungen. Nur der Effektivzins ermöglicht einen echten Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten.

Schon ein halber Prozentpunkt Unterschied kann sich massiv auswirken: Bei einem Kredit über 200.000 Euro und 25 Jahren Laufzeit macht der Unterschied zwischen 3,5 und 4,0 Prozent Zinsen rund 16.000 Euro aus – zusätzliche einmalige Gebühren noch nicht eingerechnet.

Kreditvergleich: So geht es richtig

Vergleichsportale wie durchblicker.at und check24.at zeigen Kreditangebote verschiedener Banken. Wichtig: Immer mindestens drei Angebote einholen, und zwar von der Hausbank, von einer Online-Bank und über einen unabhängigen Kreditvermittler.

Bei Wohnkrediten lohnt sich zusätzlich ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater – egal ob auf Honorar- oder Provisionsbasis. Entscheidend ist Transparenz: Wer bezahlt den Berater, welche Banken werden tatsächlich verglichen, und welche Gesamtkosten entstehen. Bei hohen Kreditsummen kann professionelle Beratung die Kosten spürbar senken, vor allem wenn mehrere Banken echt verglichen und Konditionen verhandelt werden.

Nebenkosten beim Immobilienkredit

Beim Wohnungskauf kommen neben dem Kaufpreis erhebliche Nebenkosten dazu: Grunderwerbsteuer (3,5 Prozent), Grundbucheintragung (1,1 Prozent des Kaufpreises), Maklerprovision (bei Kauf 3 Prozent plus USt), Vertragserrichtung (1 bis 3 Prozent) und Pfandrechtseintragung (1,2 Prozent des im Grundbuch eingetragenen Pfandbetrags, der oft über der reinen Kreditsumme liegt). Insgesamt liegen die Nebenkosten häufig bei rund 10 Prozent des Kaufpreises, mit Makler und Finanzierung auch darüber.

Wichtiger aktueller Hinweis: Für den Kauf eines Eigenheims zur Befriedigung eines dringenden Wohnbedürfnisses gab es bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro eine befristete Befreiung von Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr (bis zu 11.500 Euro Ersparnis pro Person). Diese Regelung ist mit 30. Juni 2026 endgültig ausgelaufen – eine Verlängerung ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Wer jetzt kauft, muss die vollen Eintragungsgebühren einkalkulieren.

Kreditvergabestandards: Was Banken heute verlangen

Von August 2022 bis Juni 2025 galt in Österreich mit der KIM-Verordnung eine gesetzliche Vorgabe für Wohnkredite: maximale Kreditrate von 40 Prozent des Nettoeinkommens, maximale Laufzeit von 35 Jahren und mindestens 10 Prozent Eigenmittel (maximale Beleihungsquote 90 Prozent). Die Verordnung ist mit 30. Juni 2025 ausgelaufen und seither nicht mehr verpflichtend.

Die FMA hat die drei Kennzahlen in einem nicht bindenden Rundschreiben als Richtwert für eine solide Kreditvergabe übernommen – Banken dürfen davon abweichen, müssen dies aber gegenüber ihrer Risikostrategie rechtfertigen. In der Praxis hat sich dadurch wenig geändert: Viele Institute verlangen weiterhin faktisch rund 20 Prozent Eigenmittel, in teuren Lagen wie Wien oder Salzburg mitunter 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten. Vollfinanzierungen sind seit dem Wegfall der Verordnung zwar grundsätzlich wieder möglich, bleiben aber seltene Einzelfallentscheidungen.

Vergleichen spart Tausende

Der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kreditangebot beträgt über die Gesamtlaufzeit oft mehrere Tausend bis Zehntausend Euro. Wer den Effektivzins vergleicht, Nebenkosten einrechnet und sich bei der Zinsbindung bewusst entscheidet, legt den Grundstein für eine solide Finanzierung.