Auf der Internetseite von „Widersetzen“ wird „BetterPolice“ als Unterstützer der Initiative aufgeführt. Die NGO setzt sich nach eigenen Angaben für Reformen innerhalb der Polizei und ein „neues Verständnis von Sicherheit“ ein. Dazu gehören unter anderem Forderungen nach stärkerer Deeskalation, mehr unabhängiger Kontrolle sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung innerhalb der Sicherheitsbehörden.

Die Solidaritätserklärung geriet jedoch in die Kritik, nachdem Vertreter von „Widersetzen“ im Zusammenhang mit den Protesten gegen den AfD-Parteitag Äußerungen tätigten, die als Rechtfertigung von Angriffen auf Journalisten interpretiert wurden, berichtet Apollo News.

Polizisten engagieren sich bei der NGO

Zu den bekannten Gesichtern von „BetterPolice“ gehören aktive und ehemalige Polizeibeamte. Gegründet wurde die Organisation von dem Polizeibeamten Oliver von Dobrowolski. Auch die Bundespolizistin Chiara Malz zählt zu den führenden Mitgliedern der NGO.

Malz war in der Vergangenheit zudem bei Protestaktionen der Klimagruppe „Letzte Generation“ aktiv. Aufgrund ihres Engagements leitete ihr Dienstherr ein Disziplinarverfahren ein.

Forderungen nach Distanzierung

Kritiker werfen der Organisation vor, sich nicht ausreichend von Gewalt und Gesetzesverstößen im Umfeld der Proteste distanziert zu haben. Insbesondere wird darauf verwiesen, dass „Widersetzen“ zivilen Ungehorsam und bewusste Regelverstöße als Teil seiner Proteststrategie bezeichnet.

Nach den Demonstrationen kam es laut Polizei zu zahlreichen Straftaten sowie zu Angriffen auf Polizeibeamte und Journalisten. Die jeweiligen Vorfälle werden von den Ermittlungsbehörden untersucht. Nach Angaben des Berichts wurde „BetterPolice“ um eine Stellungnahme gebeten. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die Organisation die Angriffe auf Journalisten bewertet und ob sie ihre Solidarität mit „Widersetzen“ angesichts der Vorfälle weiterhin aufrechterhält.

Eine öffentliche Antwort der NGO lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Die Vorgänge rund um die Proteste sowie mögliche strafrechtliche Konsequenzen einzelner Beteiligter sind weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen.