Die geplante „Türkische Kultur- und Unternehmensmesse“ im Salzburger Messezentrum sorgt kurz vor dem Osterwochenende für massiven Ärger. Vor allem aus der Politik kommt heftige Kritik – und die hat es in sich.

Für die Salzburger FPÖ ist die Veranstaltung ein „absolutes No-Go“. Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek sieht hinter der Messe nicht bloß kulturellen Austausch, sondern spricht von einem „dichten Netzwerk aus ideologischen Akteuren“.

Svazek wirft einzelnen Beteiligten vor, in der Vergangenheit mit antisemitischen Aussagen, antiwestlicher Rhetorik und problematischen politischen Positionen aufgefallen zu sein. Gerade in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen dürfe eine solche Plattform in Salzburg keinen Raum bekommen.

Damit ist klar: Für die Freiheitlichen ist die Messe nicht bloß ein Event, sondern ein politischer Reizfall.

Veranstalter weisen alles zurück

Ganz anders sehen das die Veranstalter. Messe-Geschäftsführer Alexander Kribus verteidigt das Treffen und verweist auf das Vorjahr. Damals habe es sich um ein „friedliches Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen“ gehandelt.

Auch heuer würden alle gesetzlichen Sicherheitsauflagen eingehalten. Organisiert wird die Messe von der „Alif Islamische Föderation Linz“, einer Regionalorganisation der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs.

Brisant ist vor allem, dass der österreichische Staatsschutz die Veranstaltung das gesamte Osterwochenende über beobachten wird. Das Land Salzburg und das Innenministerium haben sich laut MeinBezirk im Vorfeld eng abgestimmt.

Landeshauptfrau Karoline Edtstadler stellt klar, dass bei möglichen Gesetzesverstößen konsequent eingeschritten werde. „Antisemitismus, Extremismus oder Verstöße gegen das Verbotsgesetz würden nicht toleriert.“

Sollte es strafrechtlich relevante Aussagen geben, werde umgehend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Politischer Sprengstoff bleibt

Damit bleibt die Messe hochbrisant. Während die FPÖ eine klare Absage fordert, verweisen Veranstalter und Behörden auf Rechtsstaatlichkeit, Auflagen und Kontrolle. Doch schon jetzt ist klar: Allein dass der Staatsschutz über Ostern mitbeobachten muss, zeigt, wie explosiv diese Veranstaltung politisch eingeschätzt wird.