In der Nacht auf den 6. Juli 2025 soll der Mann vor einem Lokal im 15. Wiener Gemeindebezirk von einer fünfköpfigen Gruppe attackiert worden sein. Laut seinen Angaben wurde er beschimpft, auf die Straße gezerrt, zu Boden geworfen sowie mit Tritten und Schlägen misshandelt. Videoaufnahmen sollen die heftige Auseinandersetzung dokumentieren.
Doch anstatt die Polizei zu verständigen, entschied sich der 35-Jährige für eine folgenschwere Reaktion, berichtet die Krone.
Illegale Waffe aus dem Auto geholt
Nach der Prügelattacke ging der Mann zu seinem BMW X5, holte eine illegal besessene Pistole aus der Mittelkonsole und kehrte zum Lokal zurück.
Vor Gericht schilderte er den Ablauf selbst: „Ich wusste genau, was ich tue.“ Zunächst habe er zwei Warnschüsse in die Luft abgegeben. Als sich zwei Männer ins Lokal flüchteten, folgte er ihnen und feuerte einen weiteren Schuss auf die Glastür.
Verletzt wurde dabei niemand. Die Kugel durchschlug jedoch die Eingangstür des Lokals.
Die Staatsanwaltschaft wertete die Schüsse als versuchten Doppelmord. Nach Ansicht der Anklage zielte der Mann gezielt auf zwei Personen.
Der Angeklagte bestritt jedoch jede Tötungsabsicht. Er habe lediglich Angst einjagen wollen. Die doppelte Glastür habe die Kugel seiner Meinung nach ohnehin nicht vollständig durchdringen können. Dieses Wissen habe er aus einer Security-Ausbildung und seiner Erfahrung mit Waffen.
Der vorsitzende Richter zeigte sich von dieser Erklärung allerdings wenig überzeugt.
Überraschendes Urteil
Am Ende folgten die Geschworenen dennoch weitgehend der Argumentation der Verteidigung.
Der Vorwurf des zweifachen Mordversuchs fiel weg. Stattdessen wurde der 35-Jährige wegen gefährlicher Drohung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit schuldig gesprochen.
Die Strafe: 21 Monate bedingte Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mit dem Prozess dürfte der Fall noch nicht abgeschlossen sein. Auch gegen Mitglieder jener Männergruppe, die den Angeklagten zuvor attackiert haben soll, wird weiterhin ermittelt.
Damit beschäftigt die blutige Eskalation vor dem Wiener Lokal wohl noch länger die Justiz.

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