Für zahlreiche Reisende bedeutete der Zwischenfall lange Wartezeiten und erhebliche Verspätungen.
Nach Angaben der Polizei beobachteten Zeugen am Bahnhof Kühnsdorf in Kärnten, wie zwei oder drei Jugendliche auf das Dach eines Intercity-Zuges stiegen. Der Zug setzte seine Fahrt zunächst fort, musste jedoch wenig später im Koralmtunnel eine Notbremsung einlegen.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, fehlte von den sogenannten Trainsurfern zunächst jede Spur.
Fahndung ohne Erfolg
Im Zuge mehrerer Erkundungsfahrten konnten ÖBB-Mitarbeiter zwei Jugendliche aufgreifen und in Richtung Kärnten mitnehmen. Noch bevor die alarmierte Polizei eintraf, gelang den beiden am Bahnhof St. Paul im Lavanttal jedoch die Flucht.
Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich noch eine weitere Person im Tunnel befand, wurde die Strecke weiterhin intensiv abgesucht.
Bahnverkehr drei Stunden unterbrochen
Aus Sicherheitsgründen blieb der Zugverkehr auf der Koralmbahn zwischen den Bahnhöfen St. Paul im Lavanttal und Weststeiermark für rund drei Stunden vollständig eingestellt.
Erst nachdem sämtliche Suchmaßnahmen abgeschlossen waren und keine weiteren Personen entdeckt wurden, konnte der Bahnverkehr wieder aufgenommen werden.
Die Identität der geflüchteten Jugendlichen ist bislang unbekannt. Weder die beiden entkommenen Burschen noch ein möglicher dritter Trainsurfer konnten bisher ausgeforscht werden.
Die Polizei ermittelt nun wegen des lebensgefährlichen Vorfalls. Das sogenannte Trainsurfen zählt zu den gefährlichsten Mutproben überhaupt: Bereits die Oberleitungen führen Hochspannung, zudem können Tunneldecken, Brücken oder starke Luftströmungen bei hoher Geschwindigkeit innerhalb von Sekunden tödliche Folgen haben.

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