Der Syrer wurde einstimmig wegen Mordes, fünffachen Mordversuchs und terroristischer Straftaten schuldig gesprochen. Beim blutigen Messer-Anschlag in der Villacher Innenstadt hatte er innerhalb von nur 84 Sekunden auf sechs Menschen eingestochen. Ein 14-jähriger Bub starb, fünf weitere Opfer wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der exxpress berichtete.
Keine Reue
Vor Gericht zeigte der Täter keinerlei Reue. Im Gegenteil: Der 24-Jährige erklärte laut Ermittlungsakten sogar, er bereue lediglich, „dass ich nicht gestorben bin“. Auf die Frage, ob er wieder töten würde, nickte er. Sein Ziel sei ein IS-Staat „auf der ganzen Welt“.
Hochsicherheitsvorkehrungen waren massiv
Die Sicherheitsvorkehrungen beim Prozess waren massiv. Der Angeklagte saß hinter einer eigens errichteten Panzerglaswand, flankiert von bewaffneten und vermummten Justizwachebeamten. Sondereinheiten sicherten das Gerichtsgebäude innen und außen ab. Selbst Journalisten mussten Handys und Laptops abgeben.
Rundumüberwachung
„Er ist der mit Abstand gefährlichste Häftling, den wir in Kärnten je hatten“, hatte der Leiter der Justizanstalt Klagenfurt bereits vor Prozessbeginn erklärt. In der Haft wird der Islamist besonders streng überwacht: Seine Zelle ist videoüberwacht, selbst das Besteck besteht aus weichem Einwegmaterial. Besonders verstörend: Laut Ermittlern hatte sich der Mann über TikTok und IS-Propagandavideos radikalisiert. Die Staatsanwältin sprach von einer „Blitzradikalisierung“. Kurz vor der Tat schwor er dem Islamischen Staat die Treue.
Abschiebung ist nicht geplant
Für Diskussionen sorgt jetzt aber vor allem, dass trotz der lebenslangen Haft derzeit keine Abschiebung nach Syrien geplant ist. Der IS-Fanatiker bleibt damit vorerst in Österreichs Gefängnissystem – krass, wenn man das Fazit der Staatsanwältin über die Stimmung im Gerichtssaal vernommen hat: „Der Angeklagte hat sich entschieden, jede Empathie und Menschlichkeit abzulegen.“
Geht es in den Hochsicherheitstrakt?
Eine psychische Auffälligkeit wurde bei dem Syrer nicht attestiert, im Strafvollzug Vorkehrungen getroffen werden, damit Justizwachebeamte und Mithäftlinge nicht gefährdet werden. Der Hochsicherheitstrakt sei auch ein Thema.
Resozialisierung ist das Ziel
Trotz lebenslanger Haft geht es darum, den IS-Killer zu resozialisieren. Strafrechtsexperte Alois Birklbauer sagte im Ö1-Journal: „Darauf muss der Strafvollzug ausgerichtet sein.” Wer in Österreich lebenslang bekommt, sitzt meist jedoch nicht tatsächlich lebenslang – im Durchschnitt werden die meisten nach 20 Jahren entlassen. Spannend bleibt, ob das in diesem Fall genauso sein wird.

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