Die Serie begann in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Unbekannte sprühten im Bereich des Haupteingangs der Schule den Schriftzug „Finger weg von Kindern“ auf den Asphalt – unmittelbar neben einer gehissten Regenbogenfahne. Zusätzlich wurden mehrere A4-Zettel und Zeitungsartikel an die Glasscheibe des Schuleingangs geklebt, auf denen Personen der LGBTQ+-Bewegung angegriffen wurden.
Nur wenige Tage später folgte der nächste und weitaus größere Vandalenakt.
120 Quadratmeter große Botschaft
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni drang die unbekannte Täterschaft auf das Schulgelände vor und hinterließ auf der Laufbahn des Sportplatzes einen gigantischen Schriftzug. Mit vermutlich weißer Dispersionsfarbe und einer Farbwalze wurde auf einer Fläche von rund 40 mal drei Metern – insgesamt 120 Quadratmetern – eine verhetzende Botschaft auf den Boden gemalt. Die Buchstaben waren dabei teilweise so groß wie eine Laufbahnbreite. Auf der Laufbahn war unter anderem die Botschaft „LGBTQ = Chemische Kastration v. Kindern“ sowie „Keine Abgrenzung zu Kindesmissbrauch“ zu lesen.
Besonders kurios: Vom Boden aus war die riesige Aufschrift nur schwer vollständig zu erkennen. Erst aus größerer Höhe wurde das ganze Ausmaß sichtbar.
Taten könnten zusammenhängen
Die Polizei geht aufgrund der engen zeitlichen und örtlichen Nähe davon aus, dass beide Vorfälle direkt miteinander zusammenhängen und auf dieselbe bislang unbekannte Täterschaft zurückgehen.
Angst um Schüler – Übernachtung abgesagt
Die Vorfälle hatten auch unmittelbare Konsequenzen für den Schulbetrieb. Weil es innerhalb von nur wenigen Tagen zu zwei gezielten Aktionen gegen das Gymnasium gekommen war, sagte die Schulleitung vorsichtshalber eine geplante Übernachtung von Schülern in der letzten Schulwoche ab. Die Sorge war offenbar groß genug, um kein Risiko einzugehen.
Bis zu 50.000 Euro Schaden – Polizei sucht Zeugen
Die finanziellen Folgen könnten enorm sein. Sollte die Laufbahn komplett erneuert werden müssen, wird der Schaden laut Polizei auf 40.000 bis 50.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Auf exxpress-Nachfrage sagten die zuständigen Beamten, dass es keine relevanten Vorfälle mit Kindern oder Lehrern sowie auf Schulveranstaltungen gegeben hätte, die in eine entsprechende Richtung gehen würden. Einzig eine Regenbogenfahne – das berühmteste Symbol der Pride-Bewegung – wehte den ganzen Juni über dem Gymnasium. Allerdings auch an anderen Gebäuden in der Bezirkshauptstadt.
Die Polizeiinspektion Horn ermittelt seit dem 24. Juni wegen Sachbeschädigung und Verhetzung. Nun hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die unbekannte Täterschaft auszuforschen. Sachdienliche Hinweise werden von der Polizeiinspektion Horn entgegengenommen und auf Wunsch vertraulich behandelt.


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