Im Gespräch mit dem Journalisten David Remnick wurde Clinton auf die Zukunft einer Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israelis und Palästinensern angesprochen. Dabei stellte sie die Frage in den Raum, ob derzeit überhaupt eine realistische Alternative zum bestehenden Friedenskonzept existiere.

„Ich werde etwas Positives über Trump sagen – also haltet durch“, leitete Clinton ihre bemerkenswerte Aussage ein. Anschließend erklärte sie, dass der von Trump präsentierte 20-Punkte-Plan ihrer Ansicht nach zumindest einen möglichen Weg zu mehr Sicherheit für Israel, zum Wiederaufbau Gazas und zu einer Form palästinensischer Selbstbestimmung eröffne.

Zwei-Staaten-Lösung in weiter Ferne

Clinton räumte zugleich ein, dass die klassische Zwei-Staaten-Lösung aktuell kaum politische Unterstützung finde. Weder die politische Mehrheit in Israel noch die zersplitterte palästinensische Führung würden derzeit die Voraussetzungen für eine rasche Umsetzung schaffen.

Dennoch sieht die Demokratin im Gaza-Plan einen Ansatzpunkt, um Bewegung in die festgefahrene Situation zu bringen. Viele Kritiker lehnten das Konzept allein deshalb ab, weil es von Trump stamme, argumentierte sie.

Abrüstung der Hamas als Schlüssel

Besonders wichtig sei laut Clinton die vorgesehene Entwaffnung der Hamas. Dieser Punkt bilde die Grundlage für alle weiteren Schritte des Konzepts.

Der Plan sieht unter anderem vor:

  • die vollständige Entwaffnung der Hamas,
  • die Freilassung von Geiseln,
  • einen schrittweisen Rückzug israelischer Truppen,
  • den Wiederaufbau Gazas,
  • eine technokratische Verwaltung des Küstenstreifens,
  • internationale Kontrolle und Unterstützung beim Wiederaufbau.

Clinton betonte, dass nur die Umsetzung sämtlicher Punkte eine realistische Chance auf langfristige Stabilität eröffnen könne.

Umstrittenes Konzept

Der von der Trump-Regierung entwickelte Plan bleibt international umstritten. Befürworter sehen darin einen pragmatischen Ansatz zur Beendigung des Konflikts. Kritiker werfen dem Konzept dagegen vor, zentrale politische Fragen zur Zukunft der Palästinenser nicht ausreichend zu beantworten.

Besonders kontrovers diskutiert werden Vorschläge zur wirtschaftlichen Neuentwicklung Gazas sowie Amnestieregelungen für Hamas-Mitglieder, die ihre Waffen niederlegen. Die Aussagen Clintons sind auch deshalb bemerkenswert, weil sie zu den profiliertesten Gegnerinnen Trumps innerhalb der Demokratischen Partei zählt. Öffentliche Zustimmung zu einem außenpolitischen Vorhaben des Republikaners ist von ihr äußerst selten.

Ob Clintons Lob die Debatte über den Gaza-Plan verändert, bleibt offen. Klar ist jedoch: Ihre Einschätzung verleiht dem Konzept zusätzliche Aufmerksamkeit – gerade weil sie von einer Politikerin kommt, die Trump über Jahre hinweg scharf kritisiert hat.