Besonders die 40-jährige Hauptangeklagte sorgte im Prozess für Aufsehen. Laut Anklage präsentierte sie sich gegenüber potenziellen Opfern als wohlhabende Geschäftsfrau mit besten Kontakten. Teilweise trat sie sogar in einer Generalsuniform des Bundesheeres auf und behauptete, für Geheimdienste tätig zu sein. Um ihren Aussagen Glaubwürdigkeit zu verleihen, fuhr sie mit einem geliehenen Lamborghini vor und schmückte sich mit ausgeborgten Luxusgütern. So soll bei vielen Geschädigten der Eindruck entstanden sein, es mit einer äußerst vermögenden Person zu tun zu haben.
Millionen durch Gold-, Krypto- und Immobiliengeschäfte
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nutzte das Paar dieses Bild gezielt aus, um Investoren und Bekannte zu Geldzahlungen zu bewegen. Über angebliche Goldgeschäfte, Kryptowährungs-Projekte und Immobilieninvestitionen sollen insgesamt 18 Personen um mehr als zwei Millionen Euro gebracht worden sein. Die Opfer vertrauten auf hohe Renditen oder lukrative Beteiligungen, das investierte Geld verschwand jedoch laut Anklage in den Taschen der Beschuldigten. Vor Gericht zeigte sich die gebürtige Albanerin geständig und reumütig. Sie erklärte, sie habe nicht nur ihre Opfer, sondern auch ihren Ehemann über ihre tatsächlichen finanziellen Verhältnisse getäuscht. Nach ihren Angaben habe sie ihrem Mann vorgespiegelt, über ein großes Vermögen zu verfügen. Dadurch sei dieser überzeugt gewesen, seinen Polizeidienst aufgeben zu können. „Ich schäme mich dafür“, erklärte die 40-Jährige im Prozess.
Prominente und wohlhabende Opfer
Im Zuge des Verfahrens wurden weitere Details über die Geschädigten bekannt. Unter den Opfern soll sich auch die Ehefrau eines vermögenden Bankiers befunden haben. Sie wurde laut den Ermittlungen mit exklusiven Geschenken und luxuriösen Versprechungen umworben. Die Frau soll sogar geglaubt haben, dass ihr ein Mercedes sowie ein Lamborghini überschrieben werden würden. Der 45-jährige ehemalige WEGA-Beamte bestritt, aktiv an den Betrügereien beteiligt gewesen zu sein. Sein Verteidiger argumentierte, dass auch er von den Erzählungen seiner Ehefrau getäuscht worden sei. Das Gericht folgte dieser Darstellung zumindest teilweise. Während die Hauptangeklagte als treibende Kraft des Betrugssystems angesehen wurde, bewerteten die Richter die Rolle ihres Ehemanns deutlich milder.
Haftstrafen ausgesprochen
Am Ende des Prozesses wurde die 40-Jährige zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ihr Ehemann erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von insgesamt 24 Monaten, von denen acht Monate unbedingt zu verbüßen sind. Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mit den Entscheidungen endet vorerst einer der spektakulärsten Betrugsprozesse der vergangenen Jahre, bei dem Luxusfassaden, erfundene Identitäten und Millionenverluste für zahlreiche Opfer im Mittelpunkt standen.

Kommentare
Lädt Kommentare...