Schwere Umweltvorwürfe

Besonders brisant sind Aussagen von Experten des International Council on Clean Transportation (ICCT) – jener Organisation, die bereits maßgeblich an der Aufdeckung des VW-Dieselskandals beteiligt war. Demnach sollen die gemessenen Kohlenmonoxid-Werte der manipulierten Motorräder extrem hoch gewesen sein. Ein Experte verglich die Emissionen sogar mit jenen „einer alten Diesel-Lokomotive“. Auch Umweltjuristen sprechen von möglichen schweren Gesetzesverstößen. Die Rede ist von „klar illegalen Manipulationen“.

Behörden prüfen den Fall

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt kündigte bereits Untersuchungen an. Auch die EU-Kommission soll sich mit den Vorwürfen beschäftigen und mögliche Maßnahmen prüfen. Besonders problematisch wäre es, falls sich bestätigt, dass entsprechende Umrüstsätze direkt mit den Fahrzeugen ausgeliefert wurden oder Händler systematisch über die Vorgänge informiert waren.

KTM weist Vorwürfe zurück

KTM selbst bestreitet die Vorwürfe bislang entschieden. Das Unternehmen betont, gesetzeskonform zu handeln und kooperiere mit den Behörden. Die Motorräder würden ausschließlich im Einklang mit den geltenden europäischen Vorschriften hergestellt werden. Für den Motorradhersteller kommt der Zeitpunkt allerdings denkbar ungünstig. Erst vor Kurzem hatte das Unternehmen nach finanziellen Turbulenzen und massiven wirtschaftlichen Problemen wieder Stabilität signalisiert. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen nun nicht nur Imageschäden, sondern möglicherweise auch rechtliche und finanzielle Konsequenzen.