Samstagabend, 27. Juni, kurz nach 23 Uhr. Ein Zeuge hört Hilfeschreie in einem Park nahe der Zieritzgasse in Wien-Donaustadt – und alarmiert die Polizei.

Als die Beamten eintreffen, finden sie zwei Personen auf einer Wiese: eine Frau und einen regungslosen Mann. Beim Mann werden zunächst weder Puls noch Atmung festgestellt. Die Polizisten beginnen sofort mit der Reanimation.

Die Wiener Berufsrettung übernimmt die Versorgung und bringt den Schwerverletzten mit Verdacht auf schwere Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Dort stirbt der Mann wenig später.

Faustschläge, Raubdrohung, Flucht

Nach bisherigen Ermittlungen war der Mann gemeinsam mit seiner Begleiterin unterwegs. Dann sollen zwei bislang unbekannte Personen auf E-Scootern die beiden angepöbelt haben. Die Situation eskalierte.

Einer der Angreifer soll dem Mann mehrfach mit der Faust gegen Kopf und Gesicht geschlagen haben. Auch die Frau soll attackiert und unter Gewaltandrohung zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert worden sein.

Anschließend flüchteten die Verdächtigen mit E-Scootern in unbekannte Richtung. Das Landeskriminalamt Wien ermittelt.

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Wer war das Opfer?

Gegenüber dem exxpress teilte die Landespolizeidirektion Wien nun neue Details mit. Die Ermittlungen würden „mit Hochdruck in alle Richtungen“ geführt.

Die Identität des Toten ist demnach weiterhin nicht eindeutig geklärt. Im Rahmen der Obduktion sei versucht worden, die Identität des Mannes abschließend festzustellen. Das sei bislang nicht gelungen.

„Jedenfalls dürfte es sich aber um einen algerischen Staatsangehörigen handeln“, heißt es von der LPD Wien.

Auch zur Begleiterin gibt es neue Angaben. Laut Polizei war die Hauptzeugin beziehungsweise das weibliche Opfer mit dem Mann in einer Beziehung. Er habe sie in Österreich besucht.

Videoüberwachung wird ausgewertet

Im Rahmen der Spurensicherung wurden laut LPD Wien auch Videoüberwachungen angefordert. Diese würden nun ausgewertet.

Eine öffentliche Fahndung mit Lichtbildern, Videostills oder Personenbeschreibung war zunächst nicht bekannt.

Kugler: „Dieses Gewaltverbrechen erschüttert mich zutiefst“

Der Fall sorgt nun auch politisch für Reaktionen. ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler, Bezirksparteiobfrau der ÖVP Donaustadt, zeigte sich gegenüber dem exxpress bestürzt.

„Dieses tödliche Gewaltverbrechen erschüttert mich zutiefst. Mein Mitgefühl gilt zuallererst den Angehörigen des Opfers. Die Menschen in unserem Bezirk müssen sich darauf verlassen können, dass sie sich auch nachts im öffentlichen Raum sicher fühlen“, sagte Kugler.

Die Donaustadt sei ein lebenswerter Bezirk mit hoher Lebensqualität und ein Zuhause für mehr als 200.000 Menschen, betonte Kugler. Besonders viele Familien wollten dort ein sicheres Leben nahe der Natur führen.

Kugler fordert nun Konsequenzen: Gewaltkriminalität müsse konsequent bekämpft werden. Dazu gehörten eine starke Polizeipräsenz an kriminalitätsbelasteten Orten, rasche Strafverfahren, strenge Strafen und klare Unterstützung für die Sicherheitsbehörden. „Wo Menschen Angst haben müssen, öffentliche Parks zu betreten, muss die Politik handeln. Null Toleranz gegenüber Gewalt ist unerlässlich“, sagte Kugler.

Hungerländer: Polizei kann nur der „Feuerlöscher“ sein

Auch ÖVP-Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin Caroline Hungerländer reagierte scharf. „Als Donaustädter Gemeinderätin bin ich über diese brutale Gewalttat zutiefst schockiert“, erklärte sie gegenüber dem exxpress.

Die Polizei leiste tagtäglich hervorragende Arbeit, sagte Hungerländer. Sie könne aber „nur der Feuerlöscher sein, wenn Gewalt bereits ausgebrochen ist“.

Die SPÖ-NEOS-Stadtregierung müsse endlich ihrer Verantwortung nachkommen und die Ursachen solcher Entwicklungen bekämpfen. Dazu gehörten „vor allem konsequente Integrationsarbeit, Prävention und Jugendarbeit“.

Hungerländer weiter: „Sicherheit entsteht nicht erst dann, wenn die Polizei eingreifen muss, sondern durch eine Stadtpolitik, die Probleme frühzeitig erkennt und entschlossen handelt.“

Krauss: „Wien hat ein massives Sicherheitsproblem“

Besonders scharf fällt die Reaktion der Wiener FPÖ aus. FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss sieht in der Bluttat einen weiteren Beleg für eine dramatische Sicherheitsentwicklung in Wien.

„Diese Bluttat ist ein weiterer trauriger Beleg dafür, dass Wien ein massives Sicherheitsproblem hat“, sagte Krauss gegenüber dem exxpress.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hätten jahrelang weggesehen, freiheitliche Warnungen ignoriert und Forderungen nach mehr Polizei sowie nach der konsequenten Abschiebung krimineller Nicht-Österreicher „in den Wind geschlagen“, klagt Krauss. „Die Rechnung für dieses politische Versagen zahlen die Wiener mittlerweile mit ihrer Sicherheit – im schlimmsten Fall sogar mit ihrem Leben“, unterstreicht der FPÖ-Politiker.