Mehrere Vandalismusakte haben in der Nacht auf Dienstag den Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina erschüttert. Nach Angaben der Polizei des Kantons Herzegowina-Neretva wurde um 4.30 Uhr die Beschädigung einer Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo gemeldet. Eine halbe Stunde später ging die Anzeige über einen Brand am Außenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus ein.
Das Feuer konnte rasch gelöscht werden und griff nicht auf die Kirche über – der erst vor Kurzem renovierte Altar wurde jedoch beschädigt. Die Polizei sicherte beide Tatorte und leitete Ermittlungen ein, wie die katholische Nachrichtenagentur kathpress berichtet.
„Teufel mit Rock“ in schwarzer Graffiti-Schrift
Nach übereinstimmenden Medienberichten beschmierten die Täter mehrere Marienstatuen am Erscheinungsberg Podbrdo sowie am als Gebetsstätte bekannten „Blauen Kreuz” mit schwarzer Farbe. Auf den Sockel der Statue am Podbrdo wurden Graffitis mit Schmähungen in englischer Sprache („Devil in a skirt“; deutsch: „Teufel mit Rock“) geschrieben, zudem brachten die Täter Transparente mit Botschaften gegen den Wallfahrtsort, die Jungfrau Maria und die Seher der angeblichen Marienerscheinungen an. Auch vom Kreuzberg Krizevac wurden Spuren von Vandalismus gemeldet.
Überwachungskamera zeigt: Mann zündet Außenaltar an
In sozialen Medien verbreiteten sich zudem Aufnahmen einer Überwachungskamera, die einen Mann zeigen sollen, der gegen 4.46 Uhr den Außenaltar mit einer Flüssigkeit übergießt, anzündet und anschließend flüchtet. Der Mann in der Aufnahme trägt Sneaker, eine kurze Hose und Baseballkappe. Das Video der Überwachungskamera teilte etwa 24sata.hr, die auflagenstärkste kroatische Boulevardzeitung.
Anschlag mitten in der Pilgersaison
Die Zwischenfälle fallen mit dem Höhepunkt der Pilgersaison in Medjugorje zusammen: Am 25. Juni wurde der 45. Jahrestag der ersten Berichte von Marienerscheinungen gefeiert, am vergangenen Samstag (25. Juli) das Fest des Pfarrpatrons St. Jakobus. Am kommenden Samstag (1. August) beginnt bereits die 37. Auflage des Internationalen Jugendfestivals (Mladifest) – zu dem fünftägigen Glaubenstreffen werden an die 50.000 Jugendliche aus aller Welt erwartet. Ausgerechnet der vom Brandanschlag betroffene Außenaltar steht dabei im Zentrum der Veranstaltung.
Pfarre ruft zu „Gebet, Fasten und Vergebung" auf
Die Pfarre Medjugorje bestätigte in einer Stellungnahme vom Dienstag die Beschädigungen und erklärte, die Wallfahrtsstätte bleibe dennoch für alle Pilger geöffnet. Das Gebetsprogramm werde regulär fortgesetzt, zugleich würden die betroffenen Bereiche gereinigt und die Schäden behoben, damit die Orte wieder als Stätten des Gebets und der Begegnung mit Gott dienen könnten. Am Dienstagnachmittag veröffentlichte Fotos von 24sata.hr zeigen, dass die Renovierungsarbeiten an der Muttergottes am Erscheinungsberg bereits in Gange sind.
Zugleich rief die Pfarre die Gläubigen dazu auf, auf den Vorfall „so zu reagieren, wie es uns die Muttergottes seit über 40 Jahren in Medjugorje lehrt: durch Gebet, Fasten und Vergebung”. Man bete für die „Umkehr” der Verantwortlichen und darum, dass sie den Weg des Guten fänden. „Wir sollen nicht mit Bösem auf Böses antworten, sondern durch unser Leben Liebe, Vergebung und Hoffnung bezeugen”, heißt es in der Erklärung.

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