Nicola Leibinger-Kammüller leitet mit Trumpf ein weltweit führendes deutsches Hochtechnologieunternehmen mit Sitz in Ditzingen bei Stuttgart. Es ist spezialisiert auf Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik und produziert in Europa, Amerika und Asien.

Es braucht dringend Reformen

Sie sieht „marode Strukturen in jeder Hinsicht. Hohe Zinsen, Inflation, Rezessionsgefahr, hohe Energiepreise und die gigantische chinesische Welle, die den europäischen Markt flutet. Gleichzeitig bröckelt die Allianz mit Amerika.“ Es müsse dringend gehandelt werden: „Die Reformgeschwindigkeit müsste Merz deutlich erhöhen. Die Gesundheitsreform ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Rentenreform ist ebenso dringend. Jeder in diesem Land weiß, dass unser System kippt und etwas passieren muss.“ SPD-Chef Lars Klingbeil hingegen müsse „die mangelnde Veränderungsbereitschaft des linken Flügels der SPD in den Griff kriegen“. „Natürlich darf sie auch die ganz Schwachen nicht vernachlässigen“, meint Leibinger-Kammüller zum Handelsblatt. „Aber sie muss sich auf diejenigen konzentrieren, die arbeiten und Steuern zahlen.“ Es sei doch „verrückt“, wenn die Arbeiter sich von dieser SPD nicht mehr vertreten fühlten und in Scharen zur AfD überliefen.

Europa braucht Bildung

Harte Reformen würden von den Menschen mitgetragen, wenn man ihnen ein durchdachtes Konzept präsentiere. Dann seien sie auch zu Verzicht bereit, etwa zur Streichung von Feiertagen. „Einen Feiertag zu streichen, wird leider nicht reichen.“ Das mittelständische Unternehmertum sei in Gefahr. KI und Automatisierung seien extrem wichtig: „Nur Innovation schützt uns.“ Und man müsse so viel Geld wie möglich investieren – in „Bildung, Bildung, Bildung – die Kernressource dieses Landes.“ Die Trump-Chefin lehnt die Idee einer Minderheitsregierung ab. Diese wäre dann abhängig von der Zustimmung der Linken oder der AfD, „einer Partei, die als erklärtes Ziel hat, die CDU zu zerstören. Man muss das schon zu Ende denken.“

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